Grashalme | Walt Whitman
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Grashalme
Walt Whitman
Reclam, Ditzingen
, 1986 - 239 Seiten
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Gehört in einen modernen Bildungskanon!
DAS NOBEL-INSTITUT UND NORWEGISCHE BUCHCLUBS RIEFEN NAMHAFTE SCHRIFTSTELLER DER WELT AUF, DIE NACH IHRER MEINUNG 10 WICHTIGSTEN WERKE DER WELTLITERATUR ZU BENENNEN. DIESES WERK WAR EINES DER (AUS DIESEN LISTEN ERSTELLTEN) 100 WICHTIGSTEN BÜCHER DER LITERATURGESCHICHTE.
Über 200 Seiten umfasst dieser Hymnus an das Leben und das Menschsein, das Kleine mit dem Großen, das Alltägliche mit dem Besonderen verbindend. Mitte des 19. Jahrhunderts muss es geradezu revolutionär geklungen haben, aber auch heute noch strahlt es eine unbekümmerte Frische aus. Wer es liest, dem öffnen sich Horizonte, und zugleich wird ihm der Blick gespitzt für die tausend kleinen Details des Lebens. Ich frage mich, war Whitman ein Mystiker, ein Seinstrunkener, oder war er nur von einer so großen Offenheit für das Dasein, sensibel und bejahend, dass er den Ton der Wahrheit auch blind treffen konnte? Er schreibt: ?Ein Morgenschimmer an meinem Fenster befriedigt mich mehr als die Metaphysik der Bücher?.
Whitman verzichtet weitgehend auf Metaphern und Bilder, vermutlich um seinem Hauptwerk ?
Grashalme
? nichts von ihrer Unmittelbarkeit und Eindringlichkeit zu nehmen. Es ist für unsereins allerdings auch etwas anstrengend, stundenlang dem Klang der Umarmung, Bejahung, Verehrung der Existenz zu lauschen... Trotzdem vermag Whitman auch hinreißend Mitreißend zu sein ? jedenfalls nahm ich die Grashalme immer wieder zur Hand, auch wenn ich sie für mehrere Tage weggelegt hatte. Ich bin froh, dieses Werk zu kennen.
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Ein wirkliches Klassebuch, auch für nicht Lyrikfreunde
Grashalme
- ein Buch das den Titel als Programm hat, denn Walt Wihtmann versteht es die Verse, seine Grashalme zu einer Wiese der Poesie zusammenwachsen zu lassen. Das Buch ist zwar nicht einfach zu lesen, doch ist es, ich weiß nicht so recht wieso, einfach faszinierend. Vielleicht der Reiz des Unbekan-nten, doch denke ich, daß mehr dahintersteckt. Wer humanistisch - menschlichem Gedankengut ablehnend gegenübersteht der sollte das Buch stehen lassen. Oder sollte er es doch lesen, um sich von dem, der alle und alles gleichbehandeln möchte diese Gadanken austreiben zu lassen, denn von beiden handeln die Grashalme unter anderen. Der Leser wird in die unberührten Landschaften des Amerikas des 19. Jh. geführt. Diese ist der bessere Ort, so daß wir Städter am liebsten in der Wiese versinken mögen um Streß und hektik, wenigstens während der Zeit des Lesens der Grashalme zu vergessen. denn wer durch dieses Buch rasen möchte, für den ist es nicht. Es ist kein Roman, der sich von alleine liest. Aber wer Muße und Freude am Lesen mitbringt für den ist das Buch ein echter Gewinn.
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Lobgesang auf das Leben
In dem Film "Der Club der toten Dichter" wurde der Name Walt Whitman häufig genannt und ein paar seiner Gedichte zitiert. Grund genug für mich die "
Grashalme
"zu kaufen und zu lesen. Ich war begeistert. Es ist ein unerschütterlicher Lobgesang auf das Leben, die Natur, die Menschen und auch den Tod. Whitman, gemeinsam mit Thoreau und Emerson, die andere, bessere Seite Amerikas, wird wie kaum ein anderer Dichter mit den amerikanischen Tugenden identifiziert: Bodenständigkeit, Tapferkeit, Vaterlandsliebe, Ehrlichkeit und Demokratie("Widersteht viel, gehorcht wenig"). Er ist aber auch ein Verfechter des Individualismus, er wünscht sich eine Gesellschaft, in der jedes Individuum das Recht zur eigenständigen Gestaltung seines Lebens haben darf. Für Whitmann ist jeder Mensch "ebenso göttlich wie irgendeiner", er gesellt sich zu den Farmern, Fischern, Dieben, Matrosen und Handwerkern und ist mit ihnen glücklich. Männer und Frauen sind ihm gleicherweise willkommen, der nackte Leib göttlich und eine Freude. Und selbst der Tod hindert ihn nicht bei seinem Lied auf das Leben, denn die Unsterblichkeit ist ihm gewiss. Im Gedicht "Einem Sterbenden" sagt er "hier gibts nichts zu bejammern, ich bedaure dich nicht, ich wünsche diR Glück". Whitman ist "stürmisch, fleischlich, sinnlich, essend, trinkend und zeugend" und wer seine Gedichte lesen wird, wird nicht anders können als mit Whitman das Leben zu preisen und zu lieben.
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Leben pur!
Ich liebe Walt Whitman! Ich liebe ihn für die Kraft seiner Worte, mit denen er den Fluss des Lebens spürbar macht. Steinchen für Steinchen setzt er das Mosaik zusammen, doch erahnt man auch in jeder einzelnen Zeile das Bild des Ganzen. Nichts bleibt unausgesprochen, nichts verschwindet zwischen den Zeilen. Leben und Tod in ihrer ganzen Fülle und so intensiv, dass man manchmal beim Lesen zittert, dass einem schwindlig wird. Man fühlt sich betrunken, überrollt von einer Welle aus Verstehen. Möge Walt Whitman noch viele Menschen berühren!
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