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Die Mensch-Maschine (de)
Kraftwerk

Klingklang (EMI), 1986

Kundenbewertung:(33 Bewertungen)
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DIE MENSCH-MASCHINE DE


Meilenstein der Musikgeschichte

Kraftwerk ist sicher die einzige deutsche Band, die einen großen Einfluss auf die Pop-Geschichte hatte. Kraftwerk sind die Erfinder der elektronischer Musik und außerdem für ihren Minimalismus berühmt. Ein Konzert von Kraftwerk erinnert ein wenig an eine Messeausstellung, wenn die Bandmitglieder fast regungslos hinter ihren Notebooks stehen. Wenn dann Sänger Ralf Hütter zum Abschied "Tschüss" sagt, gleicht das einem Gefühlsausbruch.

Die "Mensch-Maschine" enthält neben dem Titellied noch drei Klassiker der Band: "Die Roboter" basiert auf einer Minimalmelodie und einem verschleppten Rhythmus, der tatsächlich klingt wie die Bewegung eines nachgebauten Menschen. "Das Modell" ist hinreißend melancholisch, die Melodie wird man kaum wieder los, der erste Elektropop-Song überhaupt. "Neonlicht" fängt wunderbar die Stimmung einer ausgestorbenen Innenstadt am Abend ein. "Die Mensch-Maschine" beschreibt wie kein anderes Lied das Programm der Gruppe: Die Gratwanderung zwischen künstlichen Klängen und den Menschen, die dahinter stehen. Das Album ist ein Meilenstein der Musikgeschichte.


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Ja tvoi Rabotnik

Es bleibt ohne Frage, dass Kraftwerk visionär und der damaligen Musikwelt mindestens einen Schritt voraus waren.
Auch ist es wohl unbestreitbar, dass die damalige Besetzung Hütter/Schneider/Flür/Bartos am effektivsten war. Diese CD beweist es sehr gut und das bei gerade mal sechs Stücken (aber eben nur sechs, daher 4 statt 5 Sterne).
Was Kraftwerk z.B. bei diesem Album ausmachte, war, dass sie elektronische Musik nicht stumpf vor sich hin klingen lassen wollten, sondern ihr ein Gesicht geben wollte. So ist es kein Wunder, dass manche dieser Stücke, v.a. "Das Modell" noch heute populär sind.
Doch der Reihe nach...
- Die Roboter: Ein Lied, das genauso glänzt wie der dazugehörige Videoclip, als Videoclips noch gar kein Standard waren (mit der Band als menschliche Robotergestalten im Musikstudio). Die betont künstliche Sprache der Roboterstimme, die Gehorsam und Unterwürfigkeit verspricht, war zurecht damals in den 70er Jahren was Besonderes, was Musik betraf. Wurde von Kraftwerk 1991, noch etwas tanzbarer und lebhafter, gecovert. Dennoch bleibt das Original unübertroffen.
- Spacelab: Unglaublich spacige Atmospähre, die beim Hören rüberkommt, aber auch der Geist der 1970er ist zwischendurch spürbar. Ein wenig mehr Abwechslung hätte das Lied vertragen können, ist aber dennoch ein sehr gutes KW-Lied.
- Metropolis: meiner Meinung nach kein Knaller, aber immerhin vermittelt "Metropolis" so etwas wie eine futuristisch-unheimliche Stimmung, die gut zum Titel passt.
- Das Modell: Ein etwas melancholisches, nüchternes Stück über ein begehrtes Modell. Man merkt wohl, dass das Lied noch in einer Zeit entstand, in der Modells nicht dermaßen wie am Fliessband (wie heute) behandelt wurden. Hervorstechend, natürlich, sind die melancholische Melodie und Ralf Hütters Gesang.
- Neonlicht: nach "Modell" geht es hier ein wenig fröhlicher zu, nämlich zum Leuchten städtischer Neonreklame und anderer Lichter. Sehr schön, wie ich finde, klingt wirklich "nächtlich" und auch hierzu empfielt es sich, den Videoclip anzugucken wenn noch nicht getan (u.a. zu finden bei YouTube).
- Die Mensch-Maschine: ein würdiger Abschluss des Albums mit einem der besten KW-Songs überhaupt. Auch wenn es thematisch sehr "Die Roboter" ähnelt, ist es ein Eigenstück, klingt aber ebenso sehr maschinenartig und kalt. Ebenfalls empfehlenswert!


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Auf beängstigende Weise vorausschauend

Wir sind die Roboter: Da sind Musiker, die Puppen anstelle ihrer Selbst auftreten lassen, sie verweisen damit immer noch auf sich selbst. Worauf verweisen die am Mainstream designten Boygroups, die Deutschland sucht den Superstar- Darsteller eigentlich? Sind sie nicht nur noch die Puppe, so ohne Mensch dahinter, vergessen, wenn die Plattenindustrie sie fallen läßt? Siehe bzw. Höre: Was Du willst wird ausgeführt...
Da kommt das Modell: Beginn einer Zeit, in der die Darstellung und Zur- Schau- Stellung wichtiger ist als die Person, eine Welt, wo sich 14 jährige schon zum Schönheitschirurgen begeben, um einen so empfunden Ideal näher zu kommen anstatt selber zu sein (denn Schönheit wird bezahlt).
Neonlicht, schimmerndes Neonlicht: 9 Minuten Synthesizer, Maschinenrhythmus, Kunstwelt, virtuell reality 1978.
Metropolis: nur immer wieder ein Wort, Erinnerung an einen Stummfilm, Maschinenrhythmus, das Maschinenzeitalter daruntergelegt und ein Klangteppich aus dem Synthesizer wie ein Warnruf, eine Sirene darüber.
Ist das schwarz- rote Outfit der Gruppe wirklich ein ironischer Verweis auf eine totalitäre Gesellschaft, oder steht le rouge et le noir doch klassisch für die Anarchisten? Die sich hier subversiv- doppeldeutig gut versteckt halten?
Mensch- Maschine: Menschliche Stimme im Vocoder (?), verzerrt, schwer verständlich, ein akustischer Cyborg und auch mal als Waschmaschine
Ich frage mich, ob Kraftwerk seiner Zeit auch nach 30 Jahren nicht doch noch immer voraus ist.


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Perfekte Einheit von Anspruch und Eingängigkeit

Was ich an dieser Band schon immer geschätzt habe, war die Konsequenz mit der sie ihr Konzept seit nunmehr über 30 Jahren durchzieht.
Von den Späthippies in den 70-er Jahren als faschistoid und kalt angefeindet oder zumindest als temporärer Scherz des Zeitgeistes belächelt um dann wiederum in den Folgejahren als reptilienhaftes Überbleibsel abgetan zu werden, haben sich Hutter / Schneider niemals von ihrem Weg abbringen lassen.
Da sie sich wohl nie als Rockstars im engeren Sinn gesehen haben, mussten sie sich nicht den gängigen Ritualen des Showbusiness beugen und sind damit auch vom Verschleiß vieler Weggefährten verschont geblieben.
"Die Mensch-Maschine" ist ebenso ein zeitloses Meisterwerk wie sämtliche anderen Alben seit "Autobahn". Darüber hinaus gelingt "Kraftwerk" hier das Kunsstück, hitparadentaugliche Eingängigkeit mit künstlerischem Anspruch zu einer perfekten Einheit zu verschmelzen.


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SciFi-Rock-selbst das trifft nicht zu...

Sobald man die ersten Takte des Songs Roboter hört, fragt man sich, wie wohl manche Gesichter ausgesehen haben mögen, als dieser Song 1978 sein Debüt feierte (siehe ZDF). Das Album ist insgeamt einfach gestrickt:
Es scheint wie programmiert und sagt dennoch viel aus! Aber das scheint man wohl von dieser Band gewohnt zu sein! Einziges Manko, falls es überhaupt eines gibt, ist die für mich etwas zu kurz geratene Songauswahl!
Aber nicht nur das Roboter-Dasein prägt das Bild, auch sphärisch gerät man leicht ins Träumen, sobald man sich den Song "Neonlicht" zu Gemüte führt. Eben auch zum Träumen!


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7



Titel / Tracks
Die Roboter | Spacelab | Metropolis | Das Modell | Neonlicht | Die Mensch-Maschine



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