Hier ist es ein ganzes Dorf, das der drohenden Deportation durch die Nazis entgehen will, indem es sich selbst deportiert. Auf diese Schnapsidee kommt der Dorfnarr. Und nachdem das Vorhaben durch alle dörfliche Instanzen debattiert wurde, spricht der Rabbi ein Machtwort und teilt die Bewohner in Nazibewacher und Judengefangene auf. Bald trennt nicht nur die Verkleidung, sondern auch Neid, Ehrgeiz und unterschiedliche politische Positionen die Gruppierungen. Als der Zug von einer Nazi-Abordnung angehalten wird, bewähren sich Deutschkenntnisse und zackiges Auftreten des Zugführers so gut, dass man sich sogar mit Lebensmitteln versorgen lässt. Die Bitte um koscheres Fleisch stößt allerdings auf Misstrauen.
Dennoch schafft man es, auf den Gleisen zu bleiben und stößt bald auf die nächste Nazi-Abordnung. Die sich alsbald als Zigeunergemeinschaft entpuppt, die dieselbe Idee hatte wie des Stetls Dorfnarr. Die trotz oder gerade wegen der Komik eindringliche Parabel ist mit vor Lebensfreude übersprudelnder Klezmer- und Zigeuner-Musik unterlegt. Zu den witzigsten und mitreißenden Szenen im Film gehört denn auch ein Wettbewerb zwischen den Musikern des Stetl und des Zigeunerbarons. --Heike Angermaier
Man sollte Zeit zum Nachdenken oder Reden haben - nach dem Film.
f.Eine Komödie über den Holocaust - geht das? JA!Juden die sich in deutschem Herrenmenschgebaren üben. Ein Dorf, das sich kuzerhand vor der Nazi-Bedrohung selbst wegdeportiert. Viel jiddischer Humor, mit leisen traurigen Untertönen, und vor lebensfreude sprühende Klezmer-Musik. Ein großer Teil des Films ist ein Riesenspaß.