Hitchcock kontrolliert die steigende Spannung, indem er die narrative und visuelle Strategie betont und damit ein meisterliches Gespür für kinematografische Umsetzung zeigt. Die Geschichte (sie wurde von Raymond Chandler mitgeschrieben) ist so konstruiert, dass Sie auch nach mehrmaligem Anschauen noch mit vor Spannung geballten Händen vor dem Fernseher sitzen werden. In der damaligen britischen Fassung des Films war eine offenkundigere Schilderung von Brunos extravagantem und gefährlichem Charakter und von dem homoerotischen Reiz, den Guy auf ihn ausübt und der sich in Brunos abartigem und unsittlichem Angebot ausdrückt, enthalten. In Anpassung an die damals vorherrschenden Zensurbestimmungen hatte Hitchcock diese Elemente von Walkers denkwürdiger Darstellung durch die Abänderung und den erneuten Schnitt verschiedener Szenen gemildert. Über alle historischen Fußnoten und die Faszination der Filmfans hinaus bleibt Der Fremde im Zug eine von Hitchcocks krönenden Leistungen und ein spannender Klassiker, der niemals seine Eigenschaft verliert, gleichzeitig spannend und genussvoll zu sein, wenn Sie ihn sich anschauen. --Jeff Shannon