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Cocktail für eine Leiche
James Stewart, John Dall

Universal/Polygram, 2002

Kundenbewertung:(9 Bewertungen)
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Cocktail für eine Leiche ist ein Experimentalfim, der vorgibt, ein normaler Hollywood-Thriller zu sein. Die Handlung ist einfach und basiert auf einem erfolgreichen Bühnenstück: Zwei junge Männer (John Dall und Farley Granger) begehen einen Mord, mehr oder weniger als intellektuelle Übung. Sie verstecken die Leiche in ihrem großen Apartment und veranstalten eine Dinnerparty. Wird die Leiche entdeckt werden?

Regisseur Alfred Hitchcock, fasziniert von den Stil-Möglichkeiten langer Kameraeinstellungen, entschied, die Geschichte so zu verfilmen, als bestünde sie aus einer einzigen ununterbrochenen Einstellung. Da eine Kamera nur eine Länge von 10 Minuten Filmmaterial aufnehmen kann, musste Hitchcock seine Kreativität unter Beweis stellen, wenn es darum ging, die Filmspule zu wechseln. Er schaffte es, die Wechsel dadurch zu tarnen, dass er sie entweder mit der Großaufnahme einer Jacke oder hinter einer Lampe enden ließ. Später schrieb Hitchcock diese Vorgehensweise als einen irregeleiteten Versuch ab.

Cocktail für eine Leiche mag nicht einer von Hitchcocks besten Filmen sein, ist aber immer noch sehr spannend. Er wird nicht umsonst der Meister der Spannung genannt. James Stewart als der misstrauische Professor spielte seine erste Hauptrolle für Hitchcock, eine Zusammenarbeit, die zu den Meisterwerken Das Fenster zum Hof und Vertigo führen sollte. --Robert Horton


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viel besser als sein Ruf

"Cocktail für eine Leiche" ist ein filmisches Experiment, das oft als witzlos und schwach bewertet wird. Mir persönlich ist der Film hundertmal sympathischer als einige der hochgeschätzten Meisterwerke des Regisseurs.
Die Darsteller agieren auf höchstem Niveau, wenn man bedenkt, wie schwierig ihre Arbeit gewesen sein muss (aufgrund der sich ständig verschiebenden Dekoration). Allein James Stewart überzeugt nicht ganz als der zynische Philosophieprofessor, den er eigentlich spielen soll und spielt stattdessen mal wieder den liebenswert schrulligen Sympathieträger. Aber das ist Geschmackssache. Hitchcocks Filme aus dieser Zeit sind oft unnötig geschwätzig ("Sklavin des Herzens", "Der Fall Paradin"), hier beruht der ganze Film auf Dialog, aber der ist messerscharf pointiert, voll prickelnder Ironie und versteckter Bösartikeit.
Sehr sehenswert ist übrigens der Trailer zum Film, der hat mal einen echten Einfall.
Fazit: ein spannendes Filmexperiment voll schwarzem Humor und interessanter Psychologie, für mich einer der besten Hitchcocks.


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Experimentalfilm über ein Experiment

,Cocktail für eine Leiche (Rope)' war für Hitchcock aus mehreren Gründen ein Wagnis: Es war sein erster Farbfilm, der erste, der wie auf einer Bühne an einem einzigen Ort gedreht wurde (der zweite war ,Das Fenster zum Hof - Rear Window') und der einzige, bei dem er versuchte, so zu drehen, als ob der ganze Film aus einer einzigen Einstellung bestünde. Betrachtet man diese im Grunde unnötigen Hürden, fragt man sich, warum sich Hitchcock das angetan hat. Schon das Vorhaben, alles in einem drehen zu wollen, war damals unmöglich, weil die Länge der Filmrollen begrenzt war. Hitchcock musste deshalb die doch auftretenden Schnitte trickreich verwischen. Es ist interessant, diese Stellen zu suchen.
Hitch war ein genialer Handwerker, dem es vor allem auf die Freude am Produzieren ankam. Einen konventionellen Film zu drehen, machte ihm wohl einfach keine Freude mehr. Er musste sich selbst Hürden einbauen, damit er etwas zu überwinden und zu knacken hatte. Genau danach sieht ,Rope' allerdings auch aus.
Zwei Studenten, die bei einem Professor eine Vorlesung über den perfekten Mord belegt haben, begehen aus ,wissenschaftlichen Gründen' einen Mord, legen die Leiche in eine Truhe und veranstalten eine Party in dem Raum, wo die Truhe steht. Natürlich laden sie auch ihren Professor ein ...
Die Geschichte ist wie üblich auf genüssliche Weise zynisch, handwerklich trefflich umgesetzt und im Ganzen ein bewundersnwertes Experiment. Aber was soll ich sagen? Spannend ist er nicht, emotional auch nicht, abgesehen von seiner technischen Raffinesse ist er auch nicht besonders beeindruckend. Neben ,Psycho' (der aber wenigstens irgendwie witzig ist) und ,Frenzy' (der aber wenigstens richtig spannend bleibt) ist ,Rope' einer der Hitchcocks, die ich für weniger gelungen halte. Ich mag das Experiment, aber ich genieße es nicht. Sowohl die Story wie auch die Figuren bleiben seltsam farblos. Sogar Stewart wirkt hier eher fremd und distanziert.
Weil ich aber wie immer vor Hitchcoks Raffinesse den Hut ziehe, gebe ich dem Film vier Sterne. Weniger kann ich einem Werk aus seiner Wewrkstatt einfach nicht geben.


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Spannung von der ersten Sekunde an

Mit "Hitchcock vom Feinsten" bezeichne ich diesen Film.

Wer prickelnde Spannung von Anfang an sucht, ohne "Erholungsräume", sollte sich diesen Film ansehen.

Schon der Beginn sucht seinesgleichen: mitten im Mord gehts los - und die Party kann beginnen.....

Leider stellt sich der Ermordete dann doch nicht als Angehöriger der ihm von den Mördern zugerechneten "Kategorie von Mensch" heraus: alle warten auf, hoffen, sorgen sich über und reden von ihm.
Dadurch erhält der Film seine Spannung: er wandelt sich von Sorge über Verdacht zur schrecklichen Erkenntnis....

Außerdem greift er eine Grundproblematik des Menschseins auf: überzogenen Stolz.
Der Film ist beißender Hohn an der Arroganz des Menschen....

Fazit: ein überaus spannender Film, der gerade davon, daß er an einem Ort gedreht ist, seine Spannung erhält - keine Ablenkung durch neue Eindrücke: nur ein Fokus: das Schreckliche, das im Hintergrund lauert.


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...........................ein geniales kammerspiel !

Ein Theaterstück, ursprünglich, fast die gesamte Handlung spielt in einem Raum (wenn man einmal den Anfangsschwenk außer acht läßt) und fesselt vom ersten Augenblick an. Das Fehlen der sogenannten Filmschnitte (deswegen wurde dieser Film bekannt) hält die Kamera ständig in Bewegung, eine Sogwirkung entsteht. James Stewart als Lehrer der beiden Täter - und geistiger Vater dieses Verbrechens ist der einzige Minuspunkt dieses Films. Seine Argumentation bei der Überführung der Mörder ist unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar; das geht zu schnell. Ihm fehlt auch die Autorität, um als Lehrer einer Eliteschule glaubhaft zu erscheinen. Trotzdem ein spannender und sehr sehenswerter Film, Farbfilm. Die Farben, wunderschön.


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Eines von Hitchcocks Meisterwerken!

Zwar wurde bei "Cocktail für eine Leiche" eigentlich ein filmisches Experiment umgesetzt, doch wurde dieser Film zu einem der bekanntesten Kultstreifen! Die Handschrift von Alfred Hitchcock ist eindeutig sichtbar: Es wird viel Wert auf bis ins kleinste Detail perfekte Mimik und Gestik gelegt! Die Schauspieler (damals gehörten sie zu den Besten ihres Fachs) setzten das sehr gut um und begeisterten mit wortgewaltigen Dialogen! Die gute Idee wird durch eine wirkliche geniale Umsetzung komplettiert.

Fazit: Ein Hitchcock-Film, den man gesehen haben muss!


reviews: page 1, 2



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