Nick Cameron (Robert Carlyle) hat einen guten Job, seine Freunde, mit denen er zusammen in einer Amateurmannschaft Fußball spielt, und mit Karen (Juliet Aubrey) eine Freundin, die ihn genauso kompromisslos liebt wie er sie. Doch gerade als sein Leben perfekt zu sein scheint, erfährt er aufgrund einiger sporadisch auftretender Beschwerden und Lähmungen, dass er Mutiple Sklerose (kurz: MS) hat.
Go Now fügt sich gleich in zwei lange Traditionslinien ein, die der Melodramen über das Leben mit einer schweren Krankheit und die des naturalistischen britischen Kinos, dessen berühmtester Vertreter Ken Loach (My Name Is Joe) ist. Michael Winterbottom macht sich die Konventionen dieser Traditionen ganz zu eigen und überwindet sie zugleich, da er sich von ihnen nicht einschränken lässt. Wie immer in seinen Filmen kommt dabei der Musik eine ganz besondere, alles prägende Bedeutung zu. Trotz des Themas und des realistischen Stils ist dies kein quälender Film über einen langsam dahinsiechenden Mann, sondern eine bewegende, überragend besetzte Liebesgeschichte. Juliet Aubrey ist in ihrer ganzen Bestimmtheit und Unbeirrbarkeit eine wahre Entdeckung, und Robert Carlyle (Ganz oder gar nicht) kann hier einmal wirklich sein ganzes Talent ausspielen. Sie machen Winterbottoms emotionale Studie zu einem beeindruckenden Bekenntnis zu einem Leben mit MS, das einen unentwegten, hoffnungsvollen Kampf gegen die Krankheit bedeutet. --Sascha Westphal