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  Sue | Anna Levine, Matthew Powers
 
 
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sue

Sue
Anna Levine, Matthew Powers

Arthaus/Kinowelt Home Entertainment, 1999

Kundenbewertung:(2 Bewertungen)
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todtraurig

der film ist sehr viel, sicher aber nicht humorvoll. tatsächlich ist es eine der depremierendsten filme, die je gemacht worden sind. eine sympathische person, die alle leute gut behandelt und sich verzweifelt nach zuneigung, fürsorge und wärme sehnt aber konsequent und in jeder beziehung scheitert. am schluß stirbt sie einfach.

nichts an der idee ist neu, aber die intensität, mit der das geschehen geschildert wird, geht einen an die nieren. jeden tag scheitern überaus liebe leute am leben und man bemerkt es nicht. menschen mit aufrichtigem gewissen wird dieser film nachhaltig beeinflussen.


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?Ich bin ein gesprächiger Typ"

Diese Worte sagt die Hauptfigur Sue einmal und fasst damit nicht nur ihr ganzes Dilemma, sondern auch ein gutes Stück Gegenwartsanalyse in einen Satz. Denn oft genug sehen wir die junge Frau schweigend, stumm und allein. Die Begegnungen mit anderen Menschen sind dann Versuche für Kommunikation auf vielfältige Art und Weise. Bestes Beispiel hierfür ist eine Szene im Park, als ein fremder älterer Herr sie auf der Bank sitzend bittet, ihm ihre Brüste zu zeigen. Nach anfänglichem Zögern schiebt Sue ihren Pullover bis zum Hals und zwischen beiden gibt es ein seltsames, stilles Einverständnis. Beide gehen wieder auseinander in ihre Einsamkeit nach kurzer Kommunikation über Blicke auf den Körper. So fremdartig diese Szene anmuten mag, so ist sie in der Darstellung zugleich unspektakulär und fast zärtlich inszeniert.
Eigentlich ist es eine ereignisarme relativ normal-harmlose Erzählung aus der Großstadt New York: Eine junge, gutaussehende Frau versucht sich zu behaupten und beruflich wie privat ein wenig Glück zu finden. Schon zu Beginn erfährt der Betrachter vom Mietrückstand und dass Sue (bisher vergeblich) einen neuen Job zu finden hofft. Ihr Leben verläuft unspektakulär, sie hat sexuelle Abenteuer, die ihr ihre Einsamkeit aber nur deutlicher vor Augen führen. Dann ereignet sich eine Wende, sie wird wieder eingestellt und lernt einen Reisebuchautor kennen, mit dem sich eine vorsichtige Liebesbeziehung andeutet. Jedoch wird schnell klar, dass es sich nur um die Verzögerung eines leisen aber unaufhaltsamen Untergangs handelt.
Die letzte Szene spielt wieder auf jener Parkbank. Sue, inzwischen wieder arbeits- und auch wohnungslos und erneut allein, führt ein kurzes Gespräch mit einem spielenden Jungen, bevor sich ihr Kopf zur Seite neigt.
Ein leises, unspektakuläres Ende ebenso wie der ganze Film. Gerade deswegen aber ist es eine Studie eines Verfalls, die noch lange nachwirkt. Sie macht nachdenklich über den Stellenwert von Respekt, Gefühlen und Lebensglück in einer sich immer stärker individualisierenden Gesellschaft.


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