?Das China-Syndrom? ist ein außerordentlich informatives, couragiertes und kritisches Stück Filmgeschichte. Er ist spannend und kombiniert auf höchst beeindruckende Weise gesell-schaftspolitische Fragen mit Krimi-und Actionelementen. Die Entscheidung des Akteurs und Produzenten Michael Douglas, Jack Lemmon mit der Rolle des Betriebsingeneurs zu betrauen, ist ein glänzender Schachzug. Er spielt einen Mann, dessen Arbeit ihn total erfüllt, der absolut hinter seinem Job steht und innerhalb kurzer Zeit feststellen muß, daß alles, was quasi sein Lebensinhalt war, wie eine Seifenblase zerplatzt. Wie Lemmon das verkörpert, ist wirklich nur als brilliant zu bezeichnen.
Die weltweit agierende Atomlobby - vermutlich weil ihr in diesem Film, in meinen Augen zurecht, kriminelle Qualitäten unterstellt werden - hat diesen Film natürlich als linkslastig und als generell übertrieben bezeichnet, mußte sich aber nach dem nur kurze Zeit später stattfindenden Beinahe-Gau in Harrisburg eines Besseren belehren lassen. Die USA haben seither - unter George W. dürfte sich dies bestimmt ändern - kein neues Atomkraftwerk mehr in Auftrag gegeben.
Der Film jedenfalls gewann schlagartig an Aktualität und wird diese, solange es Atomkraftwerke, Wiederaufbereitungsanlagen und sogenannte Endlager gibt, sicher niemals verlieren.