Es ist schlimm mit den Menschen. Da veranstalten sie bereits die 365. Friedenskonferenz und wieder scheitert sie. Immerzu werden Kriege geführt und an die Kinder denkt niemand. Den Tieren reicht's. Also rufen sie auf dem ganzen Erdball zur Konferenz der Tiere auf. Von überall her strömen sie herbei und fliegen, rennen, kriechen, schwimmen zum Hochhaus der Tiere, einem mächtigen Felsen auf weiter Ebene. Die Demonstration gegen die Kriegemacher und ihre Friedenskonferenzen beginnt. Mit amüsanten aber sehr wirkungsvollen Methoden gehen die Tiere gegen die Soldaten, ihre Uniformen und ihre Kriegsmaschinen an. Die Wichtigtuerei der Generäle wird auf einfallsreiche Weise spielend untergraben. Erich Kästners Satire auf die aufgeblasenen Menschen der Regierungen mit ihrem Friedensgetue und Kriegsgehabe ist einmalig. Eine derart originelle Verarbeitung dieser Thematik sucht ihresgleichen.
Curt Linda zeigt sich als Regisseur und Zeichner der Geschichte allemal gewachsen. Die filmische Umsetzung ist genauso originell. Wie eine seltsame Maschine aus individuellen Menschen uniforme Soldaten macht, die Wale als Fährschiffe für die Reisenden dienen oder ein Grammofon zu einer riesen Satelliten-Anlage aufgeblasen wird, einzelne Szenen sind völlig skurril, bizarr oder absurd und deshalb sehr einnehmend. Die Zeichnungen sind wunderbar eigenwillig und ulkig. Linda hat seiner Phantasie keine Grenzen auferlegt. Gesetze von Zeit und Raum werden einfach nicht beachtet.
"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", Kästner hat so gut Gesellschaftskritik verpackt, wie nur er es kann. Die deutsche Zeichtrickgröße Linda (Die kleine Zauberflöte) hat einen ausnehmend guten Film dazu gemacht und gut, dass die Tiere die Sache endlich in die Hand genommen haben. --Daphne von Unruh