Wie der tolle Filmmitschnitt vom 27. November 2000 aus der Royal Albert Hall zu London eindrucksvoll zeigt, gingen die Herren Künstler damals noch immer mit dem Sturm-und-Drang-Gestus der Frühzeit zu Werke. Sie spielten an diesem Abend ein Benefizkonzert für den Teenage Cancer Trust und agierten dabei so frisch wie jugendliche Heißsporne. Obwohl sie allesamt die 50 längst überschritten hatten, brachten sie die Klassiker "Pinball Wizard" (Tommy), "I Can't Explain", "Magic Bus" (mit dem Publikum als Chor), "You Better You Bet", "My Generation" und "See Me Feel Me" mit der gleichen Verve wie zur Entstehungszeit dar. Roger Daltrey schrie sich die Seele aus dem Leib und wirbelte das Mikro fulminant durch die Luft, Pete Townshend drosch wie eh und je in Windmühlenmanier auf seine Gitarre ein, und John Entwistle blieb der Fels in der Brandung, der stoisch-ruhig die Basssaiten zupfte.
Der Zuschauer darf sich des Weiteren auf einige guest appearances freuen, denn mehrere namhafte Kollegen ließen es sich nicht nehmen, The Who bei der Wohltätigkeitsveranstaltung zu unterstützen. Nigel Kennedy fegte bei "Baba O'Reily" mit energischem Bogenstrich über seine Geige, Paul Weller bot im Duett mit Pete Townshend eine schöne Akustikfassung von "So Sad About Us" dar, Kelly Jones (Stereophonics) gab sich bei "Substitute" die Ehre, Noel Gallagher (Oasis) mimte für "Won't Get Fooled Again" den Rock'n'Roller, Eddie Vedder (Pearl Jam) kam für "I'm One" (von Quadrophenia) auf die Bühne, und Bryan Adams übernahm zu guter Letzt bei "Behind Blue Eyes" den Gesangspart. Das nenne ich ein Staraufgebot! --Harald Kepler
Die Gästeliste wird von jedem Rezensenten unterschiedlich aufgenommen, wie man weiter unten sieht. Ich persönlich finde, dass Paul "modfather" Weller durchaus interesant ist. Eddie Vedders Nuschelgesang ist nichts für mich, Bryan Adams interpretiert "Behind Blue Eyes" großartig, Kelly Jones Stimme mag ich grundsätzlich nicht. Normalerweise bin ich Oasis-Fan, aber in diesem Fall spielt Noel Gallagher etwas einfallslos zu "We Won't Get Fooled Again" - etwas mehr hätte er sich schon einfallen lassen können.
Fazit: Ein klangliches und optisches Erlebnis ist die DVD allemal.
sieh haben es!pete haut in seine div. gitarren rein, dass es eine freude ist.roger daltrey hat nachwievor eine ausdrucksstarke stimme (sofern hier nachher nicht studiotechnisch nachbearbeitet wurde), und john am bass ist der ruhende pol.makaber dass eben john nicht mehr unter uns weilt...
bild und ton sind absolut top!schade find ich in der ehrwuerdigen royal albert hall dass es nur sitzplaetze gibt. und wenn nicht grad das publikum zum mitklatschen aufgefordert wird, oder beifall beim ende eines songs ertoent - tja dann, dann sitzen die leute halt recht ruhig auf ihren stuehlen.gegen ende des konzerts kommt dann etwas mehr bewegung in das publikum.nicht falsch verstehn! das publikum ist begeistert!! aber ein sitzendes volk passt einfach nicht zu der art von musik meiner meinung nach...
drummer starkey und mann am keyboard runden den tollen sound der scheibe ab. und mit rund 29 songs ist auch viel qualitaet drauf.
ich will jetzt im detail nicht auf die special guests eingehn, da hat jeder so seine vorlieben und meinung - aber in zwei faellen will ich es doch tun.als ich sah dass bei "behind blue eyes" herr adams auf die buehne tritt und auch noch singt, da bekam ich das grausen.seiner knoedelrockstimme hab ich den song nicht zugetraut. aber! hut ab, den song hat super hinbekommen.das andere ist der noel von oasis.der typ war zugedroehnt bis unter den scheitel. einfach mal achten auf seine augen und seine ganze art den koerper zu bewegen.der hat sicher nicht nur kaffee mit zucker im blut gehabt.auch auf der bonus dvd mit kurzen eindruecken von den proben kommt er voellig neben der spur rueber.ich vermute mal, dass man ihn daher von vornherein nicht allein ans mikro gelassen hat. sonst tun das saemtl. gaeste (bis auf nigel an der geige...). noel darf nur im hintergrund singen und etwas unkoordiniert in die saiten langen.
was ich auch nicht erwaehnen moechte, ist der gute zweck des konzerts. und zwar die errichtung von mehr krebsstationen fuer jugendliche.am ende kommen da auch betroffene teenies auf die buehne und singen ein wenig mit.geniale idee wie ich finde. in zeiten in denen immer mehr gespart wird waer das doch ne schoene sache, ein konzert von einer tour geht zugunsten eines guten zwecks.feine sache, hut ab wenn soviel gutes zu sehen ist + das auch noch fuer einen guten zweck!