Sie spielen weit jenseits aller Konventionen aus dem Bauch heraus und bringen sie dem Hörer zurück, die pure Lust auf eine Musik, die sich nicht länger bloß als geistige Notenfolge, sondern auch als sinnliche Hingabe an den Klang von Originalinstrumenten ausdrückt. Da fidelt, quietscht und jault und strotzt und klopft es aus allen Ecken, von allen Kanten, da erweckt wirkliches Holz in allen Farbtönen eine Partitur zum Leben, die man trotz ihrer vermeintlichen Berühmtheit noch nie zuvor gehört hat.
Die begeisternde Tontechnik beugt sich dem Klangwillen der Akteure, durch ihr präsentes Spiel direkt und ohne Distanz auf den Hörer einzuwirken und somit barocke Musik auch körperlich erfahrbar zu machen. Abenteuerlich.
Ich bin für diese eine und einzige Aufnahme verloren:Welch ein Gewinn - zu jeder Jahreszeit!
Da die einzelne Sätze dieses Werk hinlänglich bekannt sind, wenn man es also auch aufnimmt, dann sollte man schon etwas aussagen können. Und die Vorgabe hat Il Giardino armonico großartig erfüllt. Das Werk wird hier höchste lebendig aufgeführt: das Sommergewitter wird als bedrohliches Naturelement erlebbar, nichts ist hier mehr zu spüren von der überkommenen Lieblichkeit früherer Interpretationen barocker Musik, wie Herbert von Karajan. Hier werden die Gefühle, den es sind wohl eher die Gefühle die Vivaldi darstellt, als das Ereignis selbst, äußerst dramatisch wieder gegeben.
Einen starker Eindruck hinterlässt auch der Umgang von Il Giardino armonico mit der Geschwindigkeit, diese wird hier optimal eingesetzt und gänzlich in den Dienst der vollendeten Musikmalerei gestellt.
Ich habe früher verschiedene Einspielungen der Le Quattro Stagioni gehabt, jetzt habe ich nur noch diese. Sie stellt die anderen eben dermaßen in den Schatten.