Der Komponist weiß die Sagen des russischen Volkes so emporzuheben wie Wagner die nordischen Mythologien. Allerdings gestalten sich die Nebenhandlungen stillos wuchernd wie die Titel und Rimski-Korsakows Charaktere nur halb so groß wie Wagners überragende Kreationen. Nur die Melodien überzeugen. Die orchestrale Partitur entlastet das Ohr von den weniger inspirierenden Passagen im Libretto, und die Darbietung entspricht einer eher durchschnittlichen Repräsentation des sonst so verblüffenden Kirov-Standarts. Die Sänger engagieren sich tatkräftig, aber leider wirkt der Kirov-Star Galina Gorchakova in der Rolle der Maiden Fevroniya durch die vielen stimmlich unschicklichen Momente sehr ermüdend. --David Patrick Stearns