Mit der herausragenden Besetzung von Audrey Hepburn als Natasha und ihrem damaligen Gatten Mel Ferrer als hoch dekoriertem Kriegshelden Prinz Andrei, gerät Krieg und Frieden zu einem Film, den man seiner Stars wegen und nicht aus Gründen literarischer Treue anschaut. Henry Fonda gestaltet die Rolle des Pierre mehr im Tolstoi'schen Sinne. Sein passives Beobachten von Napoleons Eroberungszug wandelt die hoch moralische Erzählung zur intimen Studie individueller menschlicher Leidenschaften. Die Kampfszenen wie auch das Großaufgebot an Pomp sind nach wie vor beeindruckend. Königlich gemessen daher schreitend, dabei sprühend vor Glanz, ist dieses Epos vielleicht keiner der ganz großen Kino-Klassiker, aber immer noch ein Fest fürs Auge. --Jeff Shannon