Die eigentliche Problematik des Films liegt aber nicht am Film, sondern am Stück selber. Die Diskussionen um dieses Stück und den vorherrschenden Antisemitismus werden wohl nie verstummen- zum Glück. Gerade das macht den Stoff des Stückes so aktuell und brisant. Der Film, wie auch das Stück, regt aus unserem heutigen Verständnis die Gemüter. Man beginnt wieder über das Thema der Fremdenfeindlichkeit und besonders des Antisemitismus nachzudenken und stellt fest, welche Ungerechtigkeit den Juden widerfahren ist.Besonders die beeindruckende Gerichtsszene am Schluss des Films lässt den Zuschauer Mitleid für Shylock empfinden. Sein Abgang ist so beeindruckend, wie ungerecht und alles in einem schreit: Das darf so nicht sein! Aber so ist nun einmal das Stück und somit auch der Film (was natürlich nicht heißen soll, dass das gut wäre).Der Film ist dennoch sehr zu empfehlen. Die schauspielerischen Leistungen von Al Pacino (Shylock), Jeremy Irons (Antonio) und Joseph Finnes (Bassanio)sind wunderbar. Was vor allem sehr gut dargestellt wurde, ist die mehr als freundschaftliche Beziehung von Antonio und Bassanio. Auch wenn ein homosexuelles Verhältnis der beiden mehr Spekulation und Interpretation des Lesers ist, wird diese Möglichkeit im Film jedoch in Betracht gezogen und vor allem durch die schmachtenden Blicke von Antonio deutlich. Mir persönlich gefällt das sehr gut.Alles in allem ist der Film eine gelungene und werkgetreue Widergabe des Stückes und sehr zu empfehelen.