Das süße Leben - SZ-Cinemathek | Marcello Mastroianni, Anita Ekberg
DVD Filme:
das süße leben - sz-...
Das süße Leben - SZ-Cinemathek
Marcello Mastroianni
,
Anita Ekberg
Süddeutsche Zeitung GmbH, 2005
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La Dolce Vita. DVD-Video
" Es gibt nur zwei Dinge: die Leere und das gezeichnete Ich." ( G. Benn)
Jeder kennt die Filmszene, in der die vollbusige Anita Ekberg lasziv durch die "Fontana de Trevi" tanzt. Dieses Sexsymbol der frühen 60er Jahre visualisiert und verspricht zugleich - wie kaum eine andere Darstellerin - das " Dolce Vita " im Rom der frühen 60er Jahre, das dem Zuschauer von heute allerdings etwas befremdlich erscheint. Dennoch spielt Ekberg keineswegs die Hauptrolle in dem 167 Minuten andauernden Streifen. Fast scheint es so als habe Fellini durch diese Schauspielerin für sein Werk im Vorfeld Aufsehen erregen wollen, denn das Bild ging bereits um die Welt, lange bevor der Film abgedreht war.
Der junge Marcello Mastroianni spielt einen Klatschkolumnisten, der sich gemeinsam mit einem Heer von Paparazzis auf der Via Veneto bewegt . Dort treffen sich die Reichen und die Schönen Roms , aber auch die Intellektuellen, die Künstler und die Filmleute.
Marcello ist diesen Leuten, die ihn mögen, immer ganz nah, um über ihr Jet-Set-
Leben
berichten zu können, vielleicht aber auch, weil deren abgefahrenes Dasein einen gewissen Reiz auf ihn ausübt.
Der Journalist nimmt an den dekadenten Partys teil, lässt sich von den gelangweilten, reichen Frauen verführen und natürlich gehen diesem "Latin Lover" die Augen über als sich besagte blonde, wuchtbrummige Brunhilde als lebendig gewordene Männerfantasie im Brunnen räkelt. ( Eine ganz ungemein amüsante Szene!)
Alle Sequenzen wirken surreal. Vom alten Rom sieht man außer dem Trevi- Brunnen kaum etwas. Stattdessen werden neu erbaute Hochhäuser gezeigt, die wohl als Symbol für den wirtschaftlichen Aufschwung galten, aber auch zeigen sollen, dass das , was sich abspielt, ebenso gut an einem anderen Ort ereignen kann. Es geht nicht um das Lebensgefühl in Rom jener Jahre , sondern um das Lebensgefühl einer Gesellschaftsschicht in der damaligen Zeit, weltweit.
Bis auf Marcello und seinen Freund Steiner ( einem Intellektuellen) , der sich schließlich angewidert erschießt, sind die gezeigten Personen allesamt geistlos den Oberflächlichkeiten des Seins ergeben. Dialoge finden zwischen diesen Menschen nicht statt. Sie produzieren sich, saufen bis zum Abwinken und frönen dem Sex in dieser Welt des schönen Scheins und der Vergänglichkeit.
Marcellos Verlobte ist das ebenso unerquickliche Gegenbild des dargestellten Verhaltens der Schickeria . Kleingeistig, vereinnahmend und spießig versucht sie Einfluss auf Marcello zu nehmen. In meinen Augen ist ihr Verhaltensmuster noch schlimmer als das vom Rest der Bande.
Ist es Marcello möglich - unbeeinträchtigt von seinem Umfeld - seinen eigenen Weg zu gehen?
Oder ist diese Frage gar unerheblich in einem Film, der darauf verzichtet eine Geschichte zu erzählen?
Die Ton- und die Bildqualität sind gut. Ein handelt sich um einen künstlerisch wertvollen Film, der nicht grundlos mit Preisen überhäuft wurde.
Empfehlenswert!
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Das süße Leben
Während seiner Recherchen für "Die Nächte der Cabiria" war Federico Fellini auf ein gesellschaftliches Phänomen gestoßen, das ihn mehr und mehr zu faszinieren begann: Die reiche Oberschicht des Landes führte gegen Ende der 50er Jahre ein
Leben
der Ausschweifungen und Dekadenz, deren Zentrum die römische Via Veneto mit ihren Bars und Straßencafes war. Diesem bunten Treiben nahmen sich der Regisseur und drei Drehbuchautoren an und entwarfen das ebenso faszinierende wie abstoßende Panorama einer Gesellschaft, die an ihrem eigenen Luxus und Wohlstand zu ersticken droht. Exemplarisch dafür ist der junge Reporter Marcello Rubini (Mastroianni), der für ein Skandalblatt schreibt, obwohl er insgeheim die Hoffnung hegt, eines Tages ein seriöser Schriftsteller zu sein. Vorerst lässt er sich jedoch von einer Party zur nächsten, von einem vermeintlichen gesellschaftlichen Höhepunkt zum anderen treiben und frönt den schnellen Vergnügungen der Menschen, über die er berichten soll. Innerhalb der episodenhaften Handlung hat er eine kurze Affäre mit einer reichen Erbin, macht mit einem Filmstar (Ekberg) die Nacht durch, berichtet über eine angebliche Marienerscheinung und nimmt an einer wilden Orgie teil. Zwischendurch muss er noch seine Geliebte, die aus Eifersucht einen Selbstmordversuch unternommen hat, ins Krankenhaus fahren und sich mit seinem Vater treffen, der vom Lebenswandel seines Sohnes schockiert ist.
Zu den bekanntesten Szenen dieses meisterlichen Werkes, das einen Meilenstein der Filmgeschichte darstellt, gehören mit Sicherheit die spektakuläre, symbolische Eröffnungseinstellung, in der eine riesige Christusstatue per Hubschrauber aus der Stadt geflogen wird, sowie das Bad von Anita Ekberg als Filmdiva Sylvia in Roms berühmtem Trevi-Brunnen. Die Dreharbeiten, für die man die Via Veneto teilweise nachgebaut hatte, dauerten ein halbes Jahr und brachten das Ergebnis von 92.000 Meter belichtetem Material, was einer Spieldauer von ungefähr 56 Stunden entspricht. Mit seiner Laufzeit von annähend drei Stunden stellte das fertige Produkt dann auch den ersten italienischen Spielfilm mit einer derart gewaltigen Überlänge dar. La dolce vita, ein Begriff, der mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist, schlug im wahrsten Sinne des Wortes wie eine Bombe ein: Bei der Mailänder Premiere wurde er ausgepfiffen und es kam zu tumultartigen Szenen, als mehrere Besucher Fellini beschimpften und sogar anspuckten. Später beschäftigte sich das römische Parlament mit der angeblichen Amoralität des Films, der nach Meinung nicht weniger ganz Italien in den Dreck ziehen würde, und der Vatikan hielt seine Schäfchen an, die Kinos zu meiden. Der Regisseur selbst bemerkte zu diesen Vorwürfen: "Mein Film ist keusch, er beschreibt das Böse, ohne sich darin zu gefallen." Der ganze Wirbel war natürlich kostenlose Publicity, und das Publikum stürmte die Kassen - zunächst in Italien, später auf der ganzen Welt. Ein wahrer Preis-Regen folgte, darunter die Goldene Palme in Cannes, der Preis der New Yorker Filmkritiker als Bester ausländischer Film sowie ein Oscar für die besten Kostüme.
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Im Rausch des süßen Lebens
Dieser Film zeigt das Dolce Vita, das
süße
Leben
der italienischen und interantionalen Prominenz im Rom gegen Ende der 50er Jahre. Marcello ist der Held des Films und auch ein beliebter Typ, ein Journalist, der in der Schickeria ein und aus geht, ständig verfolgt von einer Meute bilder- und storyhungriger Papparazzi. Ihre Storys und Bilder jedenfalls sollen sie bekommen. Marcello hangelt sich durch von Frau zu Frau und von Party zu Party, allerdings ist da noch seine Verlobte, die mit diesem Leben überhaupt nichts anfangen kann und schwer darunter zu leiden hat. Alles spitzt sich gewaltig zu und auch Marcello begreift irgendwann, dass das Glitzer- und Partyleben auch nicht das wahre sein kann.. Jedenfalls ist in diesem Film ständig schwer was los und die Welt der Prominenten wird in einer famosen Satire abgebildet. Auch klingt hier eine sehr witzig und gut verpackte Medienkritik mit an, ob es jetzt um eine Wundererscheinung geht oder ein Sternchen vom Film sich am Flughafen feiern lässt, überall ist die Presse dabei und alle wollen ein bißchen berühmt sein. Eitles Geschwätz und Affengetue gibts in Massen zu hören und zu sehen. Der Film jedenfalls hat mir sehr viel Spaß gemacht und bei der Detailversessenheit mit der Fellini dieses Meisterstück fertiggestellt hat, lohnt es sich sicher den Film mehrfach anzusehen. Achja, die Musik muss auch noch lobend erwähnt werden!
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