Uhrwerk Orange - SZ-Cinemathek | Malcolm McDowell, Michael Bates
DVD Filme:
uhrwerk orange - sz-...
Uhrwerk Orange - SZ-Cinemathek
Malcolm McDowell
,
Michael Bates
Süddeutsche Zeitung GmbH, 2005
Kundenbewertung:
(8 Bewertungen)
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Kauftipp
Uhrwerk
Orange
. DVD-Video
Der Mensch ist schlecht...
...aber der Staat ist auch nicht besser. Es geht um eine Gruppe von Jugendlichen, die ihr Leben in einer zukünftigen Welt so richtig ausleben wollen. Dazu gehört dann neben Drogenmissbrauch, Körperverletzung und Vergewaltigung auch der Genuss von klassischer Musik. Aber spätestens nach einem Mord wird klar, dass in der Zukunft nicht nur die jugendlichen Straftäter weiter gehen als gewohnt. Auch der Staat ist weiter als in der Gegenwart und meint, Verbrechen wie eine Krankheit heilen zu können. Und so gerät das Individuum bei einer Spezialbehandlung völlig unter die Räder.
Dem Film liegt ein Kultroman von Anthony Burgess zugrunde, der hier weitgehend treu nacherzählt wird. Anders als in dem vielleicht am ehesten vergleichbaren "1984" wird hier eine Gesellschaft beschrieben, die nicht totalitär ist, sondern in einer Karikatur des viktorianischen Englands des neunzehnten Jahrhunderts fürsorglich. Leider ist das Endergebnis auch nicht viel besser. Und deshalb muss die Therapie am Ende natürlich scheitern. Das Buch ist zutiefst pessimistisch, was die menschliche Natur angeht. Angeblich wurde es vom Autor geschrieben, nach seine Frau zu Kriegszeiten in England selbst Opfer einer Vergewaltigung wurde.
Kubrick als Regisseur scheint die Skepsis des Autors zu teilen. In seiner filmischen Umsetzung spielen sexuelle Motive die Hauptrolle. So trinken die Jugendlichen nicht nur von als Tischen gestalteten, nackten Frauenfiguren. Als das Mordopfer erschlagen wird, geschieht das mit einer Plastik, die einen riesigen Penis darstellt. Das "Rein-Raus-Spiel" ist in den Texten des erzählenden Straftäters permanent präsent. Was Kubrick hier zeigt, ist eine menschliche Natur, die zu Gewalt führen muss, wenn eine Gesellschaft es nicht schafft, Menschen Werte und Ziele vorzugeben. Und so muss auch das kuriose Heilungsverfahren für den Protagonisten scheitern, denn es beantwortet Gewalt nur mit einer anderen Form von Gewalt. Und wie immer bei Kubrick darf dann auch noch das Thema Musik eine besondere Rolle spielen.
In fast jedem Konfliktgebiet auf dieser Welt zeigt sich, dass die Decke der Zivilisation doch dünner ist, als wir alle vermuten. Auch in diesem Augenblick passieren die meisten der Verbrechen, die in diesem Film dargestellt sind und dem Zuschauer mit Recht so abscheulich vorkommen. Dem Film ist vorgeworfen worden, er ästhetisiere Gewalt. Ich meine, er stellt nur da, wie nahe wir alle dieser Gewalt sind. Das mag nicht für jeden Zuschauer einfach zu ertragen sein.
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Setzt schon etwas Grips voraus....
A CLOCKWORK
ORANGE
ist einer dieser Filme, bei denen man anhand der Kritiken merkt, dass es einfach noch eine ganze Menge unterbelichteter Leute in Deutschlad gibt.
So musste ich lesen, der Film würde Gewalt verherrlichen, dazu sogar animieren. Der Film wirkt unwirklich und billig gemacht. Was hier teilweise geschrieben wird, zu dieser und anderen DVD-Editionen, mann mann mann, da fasse ich mir doch echt an den Kopf....
A CLOCKWORK ORANGE beschreibt eine fiktive Zukunft eines fiktiven Ortes in England, wo der junge Alex und seine "Droogs" leben. Sie sind eine Gang von jungen Leuten, die sich hauptsächlich mit Prügeln und Vergewaltigen den Tag versüßen, ansonsten scheint die Gesellschaft für sie nichts Unterhaltsames zu bieten.
Alex ist der selbsternannte Anführer der Gruppe, wird jedoch von seinen Kameraden hintergangen und kommt ins Gefängnis. Des Mordes angeklagt, sieht er einer langen Gefängnisstrafe entgegen, doch eines Tages bietet sich ihm die Möglichkeit, seine Freiheit wiederzuerlangen: Ein neues staatliches Projekt soll Straftätern mittels einer Gehirnwäsche die Lust am Verbrechen nehmen. Alex sieht die Möglichkeit, durch diese Behandlung wieder in Freiheit zu gelangen und wird schließlich tatsächlich als Proband benutzt.
In einer schieren Tortur wird er manipuliert, so dass ihm schlecht wird und er Krämpfe erleidet, wann immer er an Unrechtes denkt.
Wieder in Freiheit, sucht Alex sein Zuhause auf, wird jedoch von seinen Eltern wieder vor die Tür gesetzt. Ziellos streunt er nun durch die Gegend auf der Suche nach einer Bleibe. Dabei läuft er immer wieder seinen ehemaligen Opfern über den Weg. Und natürlich erkennen sie ihn wieder....
Kubrick's Verfilmung des gleichnamigen Romans von Anthony Burgess wird der großartigen Vorlage mehr als gerecht.
Die Inszenierung ist meisterhaft, wie man es von Kubrick gewohnt ist. Sein Spiel mit Licht und Farben ist in diesem Falle besonders eindrucksvoll gelungen.
Wie immer bei Kubrick's Inszenierungen ist der Umgang mit der Kamera einmalig. Kubrick, in jungen Jahren ein begehrter Photograph, versteht es wohl wie kein zweiter Regisseur allein durch Einsatz und Plazierung der Kamera- und Beleuchtungsutensilien ein surreales Bild, eine verstörende Szene zu kreieren. SHINING ist dafür ein weiters gutes Beispiel.
Doch nicht nur filmtechnisch ist A CLOCKWORK ORANGE ein wahres Meisterstück.
Gerdae bei der Story scheiden sich die Geister, weil leider allzu viele Zuschauer einfach einen zu limitierten Horizont zu haben scheinen und außer Gewalt in dem Film nichts Weiteres entdecken.
Das Buch behandelt auf außergewöhnliche Weise die Notwendigkeit eines freien Willens und der freien Möglichkeit, eine eigene Entscheidung zu treffen.
Alex ist dies nicht mehr vergönnt, nachdem er sich der Gehirnwäsche unterzogen hat. Fortan kann er nicht mehr aus freien Stücken entscheiden, ob eine Tat gut oder schlecht ist, ob es Recht oder Unrecht ist, etwas zu tun.
Sein ganzes Denken und Handeln wird fortan von der Angst geleitet, einen mit Schmerzen verbundenen Anfall zu bekommen, falls er auf dumme Gedanken käme.
So wird der einst brutale und rücksichtslose Verbrecher zur tragischen, gebrochenen Figur.
Durch die satirische und surreale Inszenierung vermag es Kubrick, dass man den düsteren Charakter des Alex, trotz allen Hasses und der Gewalt, die er in sich birgt, tatsächlich teilweise sympathisch finden kann. Seine Erzählungen aus dem Off, die den ganzen Film durchziehen, geben einen Einblick in seinen verwirrten und konfusen Geist.
So ist es dem Zuschauer möglich, die Beweggründe dieses Charakters zu hinterfragen, sich tatsächlich kritisch mit ihm auseinaderzusetzen, ohne ihn von vorne herein als Vergewaltiger und Mörder abzustempeln.
Und genau dazu ist auch die spielerische Inszenierung der Gewalt notwendig.
Wäre sie allzu explizit und real inszeniert, würde der Zuschauer abgestoßen, würde er sich nicht auf die Geschichte und Alex' Charakter einlassen. Der Zuschauer würde ihn sofort Vorverurteilen, was einer tatsächlichen Auseinandersetzung mit Alex' Persönlichkeit im Wege stehen würde.
Somit glorifiziert der Film in keinster Weise die Gewalt, führt aber dazu, dass allzu simple Gemüter diesen Umgang mit ihr nicht zu durchschauen vermögen.
A CLOCKWORK ORANGE ist eines der größten Werke, die jemals über eine Leinwand flimmerten. Nicht zu Unrecht schrieb der Film Kinogeschichte, nicht zu Unrecht wird er als Meisterwerk bezeichnet.
Er ist ein Meisterwerk.
Nur braucht man schon ein paar graue Zellen, um sich intensiv mit ihm zu befassen und hinter die Fassade der Hauptfigur zu blicken.
Er ist halt kein simples Popcorn-Kino, sondern eine intensive cineastische Erfahrung, die es absolut notwendig macht, Beweggründe und Charaktereigenschaften der Figuren zu überdenken.
A CLOCKWORK ORANGE basiert auf einem der anspruchsvollsten Bücher, die ich kenne, und Kubrick hat es meisterhaft verstanden, dieses Buch in Bild und Ton umzusetzen.
Es ist ein Film, so abstoßend und anziehend zugleich, dass man ihn, hat man ihn einmal gesehen, nie wieder vergisst!
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Genialer Streifen, aber die DVD-Ausstattung...
Erstens: Der Film ist absolut sehenswert. Er enthält Sozialkritik und Spannung, kann szenenweise ganz ohne Schnitt auskommen (im Gegensatz zu heute, wo man durch hektischen Schnitt Spannung erzeugen will) und hat einen edlen Soundtrack. Die Schauspieler sind grossartig, ebenso wie ihr Regisseur. Kein Film für jedermann, aber soll er auch nicht.
Zweitens: Die DVD-Ausstattung ist etwas ärmlich geraten und "etwas" ist noch milde ausgedrückt.
Ich bekam diese DVD geschenkt (sonst hätte ich mir schon die andere Fassung geholt) und ich will erstmal loben, dass diese DVD den Film in beiden Sprachen (Deutsch, Englisch) und in ungeschnittener Fassung enthält. Zudem spart diese dünne DVD-Hülle Platz. Sehr praktisch, egal ob man sich die restliche SZ-
Cinemathek
noch holen will oder nicht.
Aber Extras, wo seid Ihr? Nicht ein einziges.
Zwar steht im Menü "Trailer", dies ist jedoch nur eine kleine Sequenz der
SZ-Cinemathek
mit Musik und Filmausschnitten, welche schon gezeigt wird, wenn man die DVD eingelegt hat und das Menü beginnt.
Unterm Strich: ein großartiger Film, der an die Nieren geht. Aber wer kann und will, holt sich eine DVD-Fassung, die dem Film auch gerecht wird.
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Ein hochästhetischer Höllentripp
Es ist bisweilen traurig, dass Menschen so sehr in subjektiven Erwartungen und beschränkten Horizonten verhaftet sind, dass Sie mit dem Wort "Kunst" leider nur einen schmalen Streifen ihrer eigenen kleinen Welt verbinden.
Also bitte nicht abschrecken lassen von teilweise sehr unqualifizierten Äußerungen hier. Jeder, der eine Ahnung davon hat, welch fesselnde Wirkung von unkommentierten Bildern und Einstellungen auszugehen vermag, der möge sich diesen Film anschaffen. Dieser Film stellt in dieser Hinsicht einmal mehr einen ästhetischen Hochgenuss dar!!
Allen anderen wird er vielleicht gefallen, anderen nicht. Ist Kunst zu dem banalen Zwecke da, uns zu gefallen? Wie auch immer, was dieser Film zu bieten hat, ist Ästhetik, und zwar in den wildesten Spielarten.
Stanley Kubrick war einer der größten Regisseure aller Zeiten. Und von seinen Filmen ist "A Clockwork Organge" womöglich der am meisten explizite.
Zunächst einmal der Appell an diejenigen, die des Englischen mächtig sind, sich das Ganze in der originalen Tonspur anzusehen. Das ist zwar eine echte Herausforderung, denn es handelt sich dabei um einen nicht leicht zu verstehenden Slang, der aber sehr bildhaft und ungemein komisch ist und einen wichtigen Teil des ästhetischen Konzepts darstellt. Kubrick hat den Dialogen der Gang um Alex eine proletarische Sprache verliehen, die immer wieder auch sehr sanft und poetisch wirkt; Anleihen an Shakespeares Sprachgebrauch verdeutlichen die Synthese von Kunst bzw. Ästhetik und Grausamkeit. Zudem ist hier ist vor allem interessant, dass die in England bestehende soziale Abgrenzung, die in den jeweiligen Akzenten steckt, leicht parodiert wird. Es ist keinem zu trauen, egal welcher Stellung, ergo welcher Sprache er angehört.
Die deutsche Synchro gibt sich Mühe, aber es bleibt leider vieles auf der Strecke. Also vielleicht auf Englisch mit englischen Untertiteln schauen.
Natürlich gibt es eine ganze Menge mehr in diesem Film zu entdecken. Von der rein visuellen bzw. audio-visuellen Brillanz des Meisters mal abgesehen, fällt auch Malcolm McDowells Schauspiel auf. Schön wie Dorian Gray, charakterlich verdorben, wird er schließlich in einem visuellen Höllentripp gebrochen.
All das stellt McDowell wunderbar überzeugend und präsent dar; eine bestechende, eine preiswürdige Leistung.
Dazu wirft der Film einige Fragen über das Menschsein auf. Kubrick zeigt, dass jeder jeden zu seinem eigenen Vorteil missbraucht. Wer überflüssig ist, der wird fallen gelassen. Interessant ist auch die Synthese von Trieben und Ästhetik. Als Alex beides verliert - die Triebwelt und die Liebe zur 9. Sinfonie Beethovens - scheint er nicht mehr lebensfähig. Erst die psychologische Rückführung zum wahren Charakter des Menschen, eben triebhaft zu sein, lässt ihn die Musik auch wieder genießen.
Fazit: Eine faszinierende Reise in die menschliche Psyche. Traumhafte Bildsprache, triebhaft und wüst, aber eben doch hoch ästhetisch. Dazu ein Schauspieler, welcher der manischen Akribik seines Meisters folgen und alles aus sich herausholen musste. Und zu guter Letzt Musik, deren Einsatz in diesem Film verdeutlicht, worum es geht: Um Schönheit und um Grausamkeit.
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