Nói führt ein einsames Leben bei seiner Großmutter - um ihn herum gibt es kaum Gleichgesinnte, schon aus statistischen Gründen: es sind einfach zuwenig Menschen da! Während andere ihre Existenz an dem vereisten Fjord nicht weiter hinterfragen und ihr tägliches Leben mehr oder weniger bewältigen, träumt Nói von einem anderen Leben. Allein das macht ihn zum Außenseiter in dem Mikrokosmos um ihn herum, der sich im wesentlichen auf die Schule, eine Bank, eine Tankstelle und einen Friedhof beschränkt. Mit Iris, dem hübschen Mädchen von der Tankstelle, glaubt er die Richtige gefunden zu haben, um der Einöde zu entfliehen.
Der junge Isländer Dagur Kári hat eine poetische und wunderbar lakonische Außenseitergeschichte verfasst und stimmig in Bild und Ton umgesetzt. Die kühle Farbpalette spiegelt die beißende Kälte und Trostlosigkeit wieder (die Farben erinnerten mich ein wenig an Christopher Nolan's Alaska-Bilder in "Insomnia"), die langsam scheppernde Gitarre verbreitet warme Melancholie. Die Dialoge sind knapp, aber treffend, und die Geschichte fließt mit ebenso tragischen wie humorvollen Untertönen bedächtig dahin. 4 Sterne für den Film, plus einen halben für die Extras.