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  Was nützt die Liebe in Gedanken | Daniel Brühl, August Diehl
 
 
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Was nützt die Liebe in Gedanken
Daniel Brühl, August Diehl

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Fesselndes Thema, schwächelnde Authenzität

Die Geschichte der Steglitzer Schülertragödie (Zwei Freunde - Paul Krantz und Günther Scheller - schließen aus enttäuschter Liebe einen tödlichen Pakt: Günther will seinen Freund Hans erschießen, danach soll Paul Günther und seine Schwester Hilde, die ein Verhältnis mit Hans hatte, töten. Doch es kommt anders...) gibt einen faszinierenden Stoff vor: inmitten der Weimarer Republik zwischen der erzkonservativen Kaiserzeit und der schon drohenden Nazi-Herrschaft gab es in Deutschland eine kurze Zeit relativer sexueller Freiheit, in der auch Jugendliche, vor allem in den Großstädten, plötzlich ihre Beziehungen offen ausleben konnten.
Auch Homosexualität war erstmals kein absolutes Tabu-Thema mehr, was wiederum dazu führte, dass sich Jungen eher zu ihren Neigungen zu bekennen wagten, auch in ihren Freundeskreisen, bei denen man nun mehr Toleranz erwarten konnte.

Unproblematisch war der Umgang mit Sexualität und Erotik aber dennoch nicht, denn im Hintergrund lauerten immer noch die alten Repressalien, die bald wieder hervorbrechen würden.
So wurde dies eine Zeit des exzessiven Liebes- aber auch Melancholiekultes, ähnlich wie einst im Nachzug von Goethes "Die Leiden des jungen Werthers". Absinth-Trinken, Rauchen, Gedichte schreiben, moderne Literatur lesen, "verruchte" Partys feiern, aber auch die Hingabe an die freie Natur (Nackt-Körper-Kultur) - dies alles gehörte damals zum Jungsein wie heute Handy, Chat und Casting Shows.

Der Film versucht einen Teil dieser Zeit einzufangen, was zum Teil sehr gut, zum Teil leider weniger gut gelingt. Konkret scheitert die Authenzität mitunter an der verwendeten Ausdrucksweise, sprich: der Sprache der Charaktere. Diese ist über weite Teile zu "heutig" und gibt nicht den Jargon der 20er Jahre wieder, der den Film zu einem wirklichen Meisterwerk gemacht hätte.
Da ich nicht glaube, dass dem Drehbuch-Autor diese Abweichung nicht bewusst war, vermute ich, dass hier ein Kompromiss gemacht wurde: vermutlich glaubte, man jüngere Zuschauer mit einer altmodischen Sprache nicht anzusprechen. Ob das wirklich so ist, ist fraglich. Möglich ist es aber in der Tat.

Ansonsten ein gelungener deutscher Film mit guten Darstellern und einem guten Thema, das schon lange auf eine mutige Verfilmung gewartet hatte.


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Ein verfilmtes Gedicht

Wenn einem etwas gefällt, sagt man mitunter auch schon mal, es sei ein Gedicht. Dieser Ausdruck passt perfekt zu diesem Film, denn nicht nur von den Bilder, den Dialogen und der schauspielerischen Leistung her - allen voran wie immer August Diehl - geht es hier höchst poetisch zur Sache, sondern auch die Gesamtstimmung des Films macht einfach Lust auf ein sinnreiches Leben, obwohl die Geschichte ja eigentlich ein Drama ist. Dieser Film bricht aus dem aus Deutschland bekannten kommödialen Einerlei ala Vollidiot und Good bye Lenin aus und bringt eine Ästhetik zum Vorschein, die seines Gleichen sucht! Mit einem Wort: ein verfilmtes Gedicht!


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Leben

Daniel Brühl spielt mal wieder eine super Tolle Rolle in diesem Film, sehr genial gemacht und ein toller Film wo man sich tief hineindenken muss um die versteckten Hintergründe zu erkennen. Einfach nur Klasse der Film.


Ein Gedicht

Diesen Film zu sehen, hatte ich mir schon länger vorgenommen, einfach nur, weil ich eine sehr positive Kritik darüber gelesen habe.
Seine fünf Sterne hat "Was nützt die Liebe in Gedanken" vollkommen verdient, denn nicht nur Hauptdarsteller Daniel Brühl, den ich seit "Goodbye Lenin" eigentlich nicht mehr sehen kann, glänzt hier, sondern er lässt sich von seinen jungen Kollegen sogar noch überglänzen.
Neben den Schauspielern, unter denen Anna Maria Mühe und August Biehl als Geschwisterpaar Scheller hervorragen, sind aber ebenso Regie und Kameraführung beeindruckend: Man nehme nur die Szene, in der Günther und Paul am frühen Morgen im Wald sitzen. Einfache Symbolik - aber große Wirkung.
Aber die beste Regie und die hervorragendsten Schauspieler nützen wenig, wenn das Drehbuch, die Idee hinter dem Film nicht stimmt. Doch Achim von Borries? Hommage an die Zwanziger Jahre, in denen der Begriff "Jugend", so wie wir ihn heute verstehen, vielleicht erst wirklich entstand, erscheint so authentisch, so echt und gelungen, dass ich diesen Film nur empfehlen kann -jedem, für den "gute Unterhaltung" vor allem tiefgründig ist.


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5



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