Michelangeli-Wallet Box | Various
klassische Musik:
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Michelangeli-Wallet Box
Various
Documents (SPV), 2005
Kundenbewertung:
(2 Bewertungen)
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Kaufempfehlung
Der junge Ausnahmepianist Evgeny Kissin sagte in einem Dokumentarfilm über bedeutende Pianisten des vorigen Jahrhunderts, dass selbst Giganten des Klavierspiels wie etwa Horowitz bei öffentlichen Auftritten Fehler machten, aber dass man bei
Michelangeli
selbst in Konzermitschnitten eine beängstigende Perfektion hört (wovon man sich hier überzeugen kann). Die Fehler und nicht getroffenen Noten schmälern den Ruf und die Bedeutung großartiger Pianisten sicherlich nicht im Geringsten, aber machen diese Musiker menschlicher, was sie für uns Normalsterbliche nahbarer macht. Über Cortot beispielsweise sagte man, dass er viele falsche Noten spielte, aber dass seine richtigen Noten mit zum Schönsten gehören, was man jemals vernommen hat.
Ich muß ganz ehrlich zugeben, dass ich mich nicht ohne Vorurteile auf die Erkundung der 10-CD
Box
gemacht hatte, nämlich, dass das ständige Feilen und Arbeiten an den Werken, die Suche nach dem perfektem Klang, das Streben nach der völligen Durchdringung und Beherrschung der Werke unwillkürlich auf Kosten des musikalischen Flusses und der Spontaneität geht. Ganz konnte ich dieses Vorurteil beim Hören nie abstreifen. Aber man wird dann doch gefangen von der absoluten Virtuosität Michelangelis und den betörenden Klängen, die er aus dem Klavier herauszuholen vermag. Auf diesen CDs findet man einen repräsentativen Zusammenschnitt des überschaubaren Repertoires, welches Michelangeli dann auch zum großen Teil sein ganzes Leben hindurch spielte.
Ein unbedingtes Muss sind natürlich die Paganini Variationen von Brahms. Michelangelis Einspielung dieser technisch extrem schwierigen Werke hat Referenzcharakter. Bewusst lässt er dabei einige Variationen aus und spannt einen sehr überzeugenden Bogen vom Thema bis zur Schlussvariation. Weiter geht es dann zu Debussy, einem Komponisten, welchem Michelangeli fast sein ganzes Leben widmete. Die Reflexionen im Wasser lassen uns nicht gerade an das berühmte Seerosengemälde aus dem Impressionismus denken: viel zu hell funkeln dazu seine herrlich klaren Läufe in der rechten Hand in aberwitzigem Tempo. Sein Debussy, vor allem die Einspielung der Preludes sind von einem anderen Stern.
Franz Liszt ist mit seinem Totentanz vertreten. Die berühmte Aufnahme mit Krystian Zimerman kenne ich leider (noch) nicht. Aber mit einiger Bestimmtheit kann man behaupten, dass man den Totentanz sicherlich nicht gespenstischer umsetzen könnte als in der Live-Aufnahme des vatikanischen Konzerts. Schon die ersten Akkorde der Einleitung nehmen einen gefangen. Und nicht nur in den knochentrockenen Repetitionen des Fugatos hört man die Skelette tanzen. Schumanns Klavierkonzert ist gleich zwei Male vertreten, des weiteren der Carneval und der Faschingsschwank. Michelangelis Scarlatti gehört mit zum feinsten, was man zu hören bekommt.
Die Chopin-Aufnahmen haben mich nicht so sehr überzeugt. Eine Spur zu statisch und fast lethargisch klingt nach meinem persönlichen Ermessen Michelangelis Altersaufnahme des so ungeduldig drängenden ersten Scherzos, auch wenn die schier unfaßbar stürmische und brillante Coda einiges wieder ausgleicht.
Einige Wermutstropfen noch zum Abschluß: so weit ich es überblicke, sind die Aufnahmen Konzertmitschnitte, mit obligatorischem Husten und ab und an nicht so idealen Aufnahmebedingungen. Und alle diejenigen, die beim Hören der CDs auch gerne das dazugehörige Booklet lesen, werden hier schwer enttäuscht: es ist keines vorhanden. Davon abgesehen wird hier eine sehr lohnende Klavierexkursion über einen allemal interessanten Jahrhundertpianisten geboten.
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Buster Keaton am Klavier
Hat Benedetti
Michelangeli
je gelächelt ?
"Auf mich wirkte er gar nicht wie ein "typischer" Klaviervirtuose. Da war nichts von einem selbstsicheren "Tastenlöwen", der in der Gewißheit seines Könnens die Bühne betritt. ABM schlich fast zu seinem Steinway, lächelte scheu ins Publikum, schloß dann die Augen und nach einer langen Pause begann er, zu spielen"
Sein Repertoire war ein begrenztes.
Ein Kenner hat dies einmal zusammengestellt:
"Albeniz: Malaguena op. 71,8
Bach: Italienisches Konzert BWV 971
Bach/Busoni: Chaconne (4)
Beethoven: Bagstelle op. 119,3; Sonaten op. 2. Nr. 3 (acht in Worten, der Editor spielt verrückt und gibt Smilie!), op. 7 (3), op. 22 (2), op. 26 (2), op. 111 (6); Klavierkonzerte Nr. 1,3,4,5 (9: Nr. 5)) (Nr. 4 Sdravkovic Belgrad 1974)
Brahms: Balladen op. 10 (4), Paganini-Variationen (5)
Chopin: Andante Spianato u. Polonaise op. 22 (5); Berceuse (2); Ballade g-moll (5); Fantasie op. 49 (3); Sonate Nr. 2 b-moll (5); Mazurkas (div.); Prelude cis-moll op. 45; Scherzo Nr 1 h-moll (2) u. Nr. 2 b-moll (3); Walzer (div.)
Clementi: Sonate op. 12,1
Debussy: Childrens Corner (3); Images I u. II (5), Preludes I (3) u. II (2)
C. Franck: Symphonische Variationen
Galuppi: Sonate Nr. 3; Sonate b-moll, Presto (2)
Granados: Andaluza op. 37,5
Grieg: Lyrische Stücke op. 47,5, op. 68,5, op. 43,5 (2); Klavierkonzert (4)
Haydn: Klavierkonzerte 4 und 11 (Nr. 11: 3)
Liszt: Eglogue (aus Annees de Pelerinage "Suisse"); Klavierkonzert Nr. 1 (4); Totentanz (2)
F. A. Marescotti: Fantasque (Wettbewerbs-Pflichtstück des Klavierwettbewerbs in Genf 1939, den ABM gewann, toll!)
Mompou: Cancyon i danza Nr. 1 (2) u. 6 (Nr. 6: nur Cancion!)
Mozart: Qartett KV 439 (Mitschnitt von einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer!); Konzerte KV 415 (6), 450 (4), 466 (4), 488 (2), 503
Ravel: Gaspard de la nuit (5): Valses nobles et sentimentales, Klavierkonzert G-Dur (3)
Rachmaninow: Konzert Nr. 4
Scarlatti: Sonaten (div.)
Schubert: Sonate D 537 (2)
Schumann: Winterszeit I u. II, Matrosenlied (aus "Album für die Judend"); Carnaval op. 9 (5); Faschingsschwank aus Wien (5); Klavierkonzert (6)
Tomeoni: Allegro
Vivaldi: Konzert b-moll (3. Satz Allgegro)"
Vieles davon findet sich in dier
Box
mit zehn Cds.
Der gleiche Kenner über den Brahms von Michelangeli:
"Die Brahms-Balladen von ABM sind für mich die schlechterdings unerreichte Referenzeinspielung! Und ich sammle Aufnahmen der Balladen - habe so ziemlich alle wichtigen... Sie gibt es übrigens auch auf Video, Konzertmitschnitt aus Lugano aus demselben Jahr der Studioeinspielung (auf CD beim Label Aura"
Brahms liegt Benedetti Michelangeli gut in der Hand. Noch mehr die Paganini-Variationen. Er war halt ein grosser Virtuose."Cortot sagte über ihn:"Er ist der neue Liszt"
Diese Virtuosität kommt ihm beim Totentanz von Liszt und verschiedenen anderen Stücken sehr zu Gute.
Weniger gefällt mir die Härte, mit der ABM Chopin und Schumann zu Leibe rückt. Von der Eleganz des Carnaval bleibt wenig übrig, das Scherzo op. 31 von Chopin beginnt ABM in einem Konzert von März 1986 in Bregenz so, dass man denkt,jetzt reissen gleich die Saiten seines Flügels ("Arturo Benedetti Michelangeli reiste grundsätzlich mit seinem eigenen Flügel. Er stand im Rufe eines unnahbaren Perfektionisten, bereits wegen geringfügiger Mängel sagte er Konzerte ab.")
Sehr ernst, gravierend, eben ohne jedes Lächeln.
Was bei Chopin und Schumann ein Mangel ist, gehört bei seinen Beethoven-Interpretationen zu einem Gewinn. Die wenigen Aufnahmen von Beethoven-Werken, die er gemacht hat, sind immer ein Gewinn, die Sonaten op. 2 Nr.3, op. 7, op. 26 oder op. 111. Die Interpretation steht völlig ausserhalb der Konkurrenz. Wie schade, dass es so wenig Beethoven von diesem Pianisten gibt.
Höre ich seinen Scarlatti, sehne ich mich nach der Eleganz eines Christian Zacharias, auch wenn ich die ungeheure Fingerfertigkeit von ABM bewundere.
Aber es geht um anderes.
Nur bei Galuppi höre ich etwas von der Anschlagskultur, der er gerühmt wurde ."Viele seiner Interpretationen zeichneten sich durch großen farblichen Reichtum, klangliche Vollendung und strukturelle Klarheit aus.
" Oft klingt der Flügel ziemlich hart, die Bässe donnern öfters förmlich.
Deswegen sagt mir auch sein Debussy nicht sonderlich zu. Man höre Golliwoggs cake walk und dann Krystian Zacharias. Mir ist dies zu ernst.
Zu wenig " ironisch". Leichtigkeit ist keine Domäne von ABM.
Fazit: Ein grossartiger Virtuose. Als Interpret ruft ABM bei mir gemischte Gefühle hervor. Hätte er doch mal gelächelt....
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Titel / Tracks
1. Allegro affettuoso | 2. Intermezzo. Andantino grazioso | 3. Allegro vivace | Symphonische Variationen für Klavier und Orchester | 1. Allegro molto moderato | 2. Adagio | 3. Allegro moderato molto marcato | Scherzo Nr. 2 B-Dur op. 31 | Ballade Nr. 1 g-moll op. 23 | Andante spianato et Grande Polonaise Brillante E-Dur op. 22 | Berceuse Des-Dur op. 57 | 1. Grave - Doppio movimento | 2. Scherzo | 3. Marche funèbre: Lento | 4. Finale: Presto | Mazurka fis-moll op. 59 Nr. 3 | Walzer Es-Dur op. posth. | 1. Préambule | 2. Pierrot | 3. Arlequin | 4. Valse noble | 5. Eusebius | 6. Florestan | 7. Coquette | 8. Réplique | 9. Papillons | 10. A. S. C. H. - S. C. H. (Lettres dansantes) | 11. Chiarina | 12. Chopin | 13. Estrella | 14. Reconnaissance | 15. Pantalon et Colombine | 16. Valse allemande | 17. Paganini | 18. Aveu | 19. Promenade | 20. Pause | 21. Marche des "Davidsbündler" contre le Philistins | 1. Allegro: Sehr lebhaft | 2. Romanze: Ziemlich langsam | 3. Scherzino | 4. Intermezzo: Mit größter Energie | 5. Finale: Höchst lebhaft | 1. Allegro con brio | 2. Adagio con molto espressione | 3. Minuetto | 4. Rondo: Allegretto | 1. Andante con variazioni | 2. Scherzo: Allegro molto | 3. Marcia funebre sulla morte d'un Eroe | 4. Allegro | 1. Maestoso - Allegro con brio e appassionato | 2. Arietta: Adagio molto, semplice e cantabile | 1. Andante - Allegro - Andante | 2. Andante - Allegro non troppo - Molto staccato e leggiero - Andante | 3. Intermezzo: Allegro | 4. Andante con moto | Thema: Non troppo presto | Variation 1 | Variation 2 | Variation 3 | Variation 4 | Variation 5 | Variation 6 | Variation 7 | Variation 8 | Variation 9 | Variation 10 | Variation 11: Andante | Variation 12 | Variation 1 | Variation 2: Poco animato | Variation 5 | Variation 6: Poco più vivace | Variation 7 | Variation 8: Allegro | Variation 10: Feroce, energico | Variation 12: Un poco andante | Variation 13: Un poco più andante | Variation 3 | Variation 4: Poco allegretto | Variation 13 | Variation 14: Presto, ma non troppo | 1. Doctor Gradus ad Parnassum | 2. Jimbo's lullaby | 3. Serenade for the doll | 4. The snow is dancing | 5. The little shepherd | 6. Golliwogg's cake-walk | Nr. 1: Reflects dans l'eau | Nr. 2: Hommages à Rameau | Nr. 3: Mouvements | Nr. 1: Cloches à travers les feuilles | Nr. 2: Et la lune descend sur le temple, qui fut | Nr. 3: Poissons d'or | Nr. 1 Danseuses de delphes: Lent e grave | Nr. 2 Voiles: Moderé | Nr. 4 Les sons et les parfums tournent dans l'air du soir: Moderé | Nr. 7 Ce qu'a vu le vent de l'ouest: Animé et tumultueux | Nr. 8 La fille aux xheveux de lin calme et doucement expressif | Nr. 9 La Sérénade interrompue: Modérément animé | Nr. 10 La Cathédrale engloutie: Profondément calme | Nr. 11 La Danse de Puck: Capriceux et léger | Nr. 12 Minstrels: Modéré | Chaconne d-moll (nach BWV 1004) | 1. Allegro | 2. Adagio | 3. Presto | Sonate D-Dur K 96 | Sonate D-Dur K 29 | Sonate c-moll K 11 | Sonate C-Dur K 159 | Sonate A-Dur K 322 | Sonate d-moll K 9 | Sonate h-moll K 27 | Presto für Klavier B-Dur | 1. Andante | 2. Allegro | 3. Allegro assai | Scherzo Nr. 1 h-moll op. 20 | Fantasie f-moll op. 49 | Walzer a-moll op. 34 Nr. 2 | Walzer As-Dur op. 34 Nr. 1 | Walzer As-Dur op. 69 Nr. 1 | Mazurka a-moll op. 68 Nr. 2 | Mazurka f-moll op. 69 Nr. 4 | Mazurka As Dur op. 41 Nr. 4 | Mazurka gis-moll op. 33 Nr. 1 | Mazurka Des-Dur op. 30 Nr. 2 | Mazurka g-moll op. 67 Nr. 2 | Mazurka h-moll op. 33 Nr. 4 | 1. Allegro affettuoso | 2. Intermezzo: Andantino grazioso | 3. Allegro vivace | Totentanz (Dans macabre) für Klavier und Orchester S 126 | Gloria
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