Thomas Crown (Pierce Brosnan) ist ein Industrie-Magnat, der in seiner Freizeit dem Hobby des Kunstdiebstahls nachgeht; Catherine Banning (Rene Russo) ist eine Versicherungsagentin, die auf seinen letzten Coup angesetzt wird und somit auf Crowns Spur kommt. Wer glaubt, dass sich aus dieser Konstellation nun eine Katz- und Mausgeschichte entwickelt, liegt falsch. Zwischen den beiden entbrennt vielmehr ein Kampf Katz gegen klügere Katz, indem beide keinen Trick auslassen, den jeweils anderen mit immer neuen Tricks zu überlisten -- vor allem ab dem Moment, in dem beiden klar ist, dass sie sich ineinander verliebt haben und so ein brisanter Mix aus Professionalität und Vergnügen entsteht.
Was diese Verfilmung gegenüber dem Original hervorhebt, ist, dass McTiernan allen Aspekten des Filmes größte Aufmerksamkeit schenkt. Die Actionsequenzen sind hervorragend fotografiert (was nicht überraschen sollte, hat McTiernan doch schließlich die Teile eins und drei von Stirb langsam inszeniert). Aber auch die romantischen Momente des Filmes sind adäquat umgesetzt. Dies gelingt vielleicht auch auf Grund der Tatsache, dass das witzige, intelligente Drehbuch von zwei Autoren geschrieben wurde, die jeweils für einen Aspekt der Geschichte verantwortlich waren: Leslie Dixon (sie schrieb die Liebesszenen) und Kurt Wimmer (er schrieb die Actionsequenzen). Vor allem aber überzeugen die beiden Hauptdarsteller, die, was nun wirklich für Filme dieser Art ungewöhnlich ist, beide die 40 bereits überschritten haben. Brosnan, normalerweise auf die Rolle des James Bond festgelegt, und Rene Russo lassen eine Beziehung entfachen, in der sich Sinnlichkeit und Humor nicht ausschließen, sondern genüsslich ergänzen. Dabei stiehlt Russo ihrem Partner nicht nur einmal die Show. Sie steht zwar nicht im Rampenlicht, sie weiß dieses aber wann immer sie will auf ihre Person scheinen zu lassen. Sie ist intelligent, selbstbewusst, wunderschön, unglaublich sexy, sie ist eine fast schon unnahbare Ikone. Es ist nicht verwunderlich, dass der räuberische Milliardär Crown dieser Frau verfällt.
Neben den beiden Darstellern brilliert Denis Leary in der Rolle eines Police-Detectives und Faye Dunaway absolviert einen unterhaltsamen Auftritt als Crowns Psychiaterin. --Mark Englehart
- Dieser Film hat Stil! Mir faellt auch nach langem nachdenken kein Schauspieler ausser Brosnan ein, der fuer einen massgeschneiderten Anzug geboren zu sein schein. Dieser Mann spielt nicht einen stilvollen Menschen, er scheint tatsaechlich einer zu sein. Dann Rene Russo! Mein Gott, was bin ich froh, dass man keine junge Schauspielerin waehlte. Nicht falsch verstehen, Miss Jolie oder Miss Zeta-Jones sind zum Niederknien schoen, doch gepasst haette es wirklich nicht. Rene Russo verkoerpert einfach die Erotik und Intelligenz einer reifen Frau. Und das passt einfach! Dazu noch die Dialoge. Filmdialoge auf einem dermassen hohen Niveau ueber den ganzen Film verteilt, das ist aeusserst selten. Nie wirkt es aufgesetzt oder erzwungen.
- Der Film ist spannend und intelligent! Natuerlich geht es hier im Grunde um ein Verbrechen. Doch es faellt kein einziger Schuss. Das ganze ist durchdacht und hat jederzeit Niveau, gentlemanlike eben. Danke! Die Story happert nur an einer Stelle, wenn Crown das Bild im Koffer zusammenfaltet um es spaeter unversehrt wieder herauszunehmen. Mit dem Trick koennte er auftreten, der war nicht schlecht.
- Der Film ist witzig, jedoch ohne jemals albern zu sein oder es erzwingen zu wollen. Es ist einfach wie selbstverstaendlich. Und wenn man an der Stelle nicht lachen muss, dann leidet der Film nicht darunter. Perfekt, als der Polizeitrupp eine Hausdurchsuchung durchfuehren will, waehrend Crown grade mit seinem Anwalt kocht...
- Der Film hat eine gewaltige Atmosphaere, nicht zuletzt durch die Musik. Man kennt diese Filme, wo man versucht durch das Unterbringen moeglichst vieler bekannter Hits den Film aufzuwerten. Man tut meist weder dem Film, noch der Musik einen Gefallen. Hier dient die Musik dazu, den Film, die Handlung zu untermalen. Und das gelingt! Auch mit einem Musikstil, denn man in einem Hollywoodstreifen nicht unbedingt erwartet. Ich kann es nur mit dem Herrn der Ringe vergleichen. Auch hier wurde das zu 100% geloest.
- Der Film besitzt eine unvergleichliche erotische Komponente. Und das ohne jemals billig oder aufdringlich zu wirken. Es passt und durchzieht den ganzen Film. Keine obligatorische Bettszene, damit Brosnan seinen Hintern in die Kamera halten kann. Wenn es geschieht, dann, weil es gerade dahin gehoert. Es ist einfach nicht erzwungen.
Irgendwas stoert mich meist an einem Film, und wenn es nur Kleinigkeiten sind. Doch hier bin ich einfach nur begeistert. Selbst die Koffer-Bild Geschichte reizt eher meine Gedanken, wie es haette doch funktionieren koennen...