1.)die Integration der Passagiere passt thematisch hervorragend und ist auch gut gelungen. Sie bringen erstaunlich viele Punkte - allerdings auch entscheidend viel mehr. Nehmen wir eine Strecke von 8 Städten. Derjenige, der zuerst fährt, erhält die jeweils höchsten Punkte-Chips, heißt also, er hat mindestens 8, meist noch mehr Punkte mehr als der nach ihm Fahrende, denn weiße Chips liegen nur einmal aus. Jemand, der als drittes die Strecke nutzen würde, würde noch größere Abweichungen zum ersten einfahren, denn nun sind auch die Städte mit zwei Chips leer.Muss man natürlich nicht tun, da aber manchmal durchaus Zwänge entstehen, bestimmte Strecke abzusichern, fährt man halt erst eine Runde später als geplant und schon liegt man einfach mal so 15 Punkte hinten. Fährt man gar nicht, braucht es schon einen sehr guten Alternativzug, um die Punktedifferenz aufzufangen. 2.) die Deutschlandkarte ist für 3 Spieler fatal, wenn man gewohnt ist, zumindest seine Anfangszielkarten auch bauen zu können. Das Ruhrgebiet ist sehr eng mit sehr kurzen Strecken (was ideal ist für die Passagierbeförderung), der Norden und Osten bietet bei verbauten Idealstrecken nur sehr langwierige Streckenumgehungen an. Gerade das 3er- und 5er-Spiel bietet gegenüber den Vorgängern sehr harte Bandagen = starke Konkurrenz und verführt zu wesentlich härterem Spiel. Ob man das mag, muss jeder selbst entscheiden.3.) auf jeden Fall sollte man sich von der Illusion verabschieden, alle seine Ziele zu erreichen.4.) die Idee, diesmal die meisten erfüllten Aufträge zu belohnen, passt dazu sehr gut, wird aber auch ein wenig ad adsurdum geführt. Denn wenn ich auf viele Punkte durch Passassiere spiele, schließe ich sinnvoller Weise auch viele Städte an, was mir fast automatisch die Erfüllung einiger Aufträge sichert. 5.) all dies funktioniert natürlich nur, wenn ich überwiegend auf die kurzen Strecken spiele, die von Natur aus wenig Punkte bringen.Es gibt noch diverse andere Aspekte, die ähnlich gut in einander greifen und viele Entscheidungen abverlangen und zahlreiche Strategien ermöglichen. Dennoch sind das reine Kopfargumentationen.Unsere Runden waren vom Spielgefühl immer ein wenig enttäuscht. Die hohen Erwartungen an den Spielspaß wurden nicht erfüllt. Kopfmäßig alles wunderbar, dennoch kam der große Spaß, der sich beim ersten Zug um Zug Amerika einstellte, nicht so recht rüber und auch die Begeisterung über die Tunnel und Bahnhöfe und die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten der Europa-Fassung stellten sich bei der neuen Märklin Editon nicht ein. Was ähnlich gut abgeht wie die Vorgänger ist die 2-Personen-Variante, weil man hier wirklich taktieren und timen kann.Wir werden dem Spiel noch einige Chancen geben, dazu warten auch noch zu viele Neugierige darauf, ebenfalls mitzuspielen, aber das erwartete "Au ja, unbedingt" wird ausbleiben. Schade.
Fazit: Die vorliegende Märklin Edition war auch mein erstes Zug um Zug Spiel und hat mich und meine Mitspieler sofort begeistert. Die Regeln sind klar gehalten und lassen im Grunde keine Frage offen. Das Spielprinzip erfasst man dadurch sehr schnell und dem Spaß steht nichts mehr im Wege. Ob 2, 3, 4 oder 5 Spieler, jedes Mal gibt es neue Herausforderungen, denn kein Spiel gleicht dem anderen. Mal erreicht man mit einer Taktik den Sieg, ein anderes mal leider nicht.
Das Ziel:
Ziel des Spiels ist es, die auf gezogenen Karten aufgedruckten Verbindungen mit seinen verfügbaren Waggons herzustellen, um so Bonuspunkte zu erhalten. Denn schafft man dies nicht, werden die Punkte abgezogen.
Was ist neu für Spieler, die Zug um Zug bereits kennen?
Das wären zum einen der 4+ Joker, der nur ab Strecken größer oder gleich 4 benutzt werden darf, der aber als normale Karte gilt und somit erlaubt, noch eine weitere Karte aufzunehmen. Zum anderen Passagiere, die man nach dem Bau auf einem der beiden verbundenen Städte setzt und die man dann anstatt des Zuges "Karten aufnehmen" über die Stadte fahren lassen kann. Da auf den Städten Punktemarker (in verschiedener Reihenfolge: mal 7-6-5-4; 3-2-1; 4-3-2 u.s.w.) liegen, sammelt der Passagier diese ein. Der nächste Spieler, der diese Stadt befährt erhält den Marker, der dort liegt und immer 1 Punkt weniger ergibt als der vorherige. Außerdem gibt es nun auch 3er Verbindungen und es gewinnt derjenige Spieler 10 Bonuspunkte, welcher die meisten Strecken geschafft hat.
Die Regeln:
1. Aus kurzen und langen Strecken sucht man sich mindest. 2 heraus, kann aber auch gleich 4 Strecken zu Beginn nehmen.
2. Danach zieht man entweder aus dem Vorrat farbiger Karten je 2 Karten, einen normalen Joker (nachdem man keine weitere Karte nehmen darf) oder einen 4+ Joker ziehen, der wie eine normale Karte gehandhabt wird (also darf man eine 2. Karte nehmen), aber nur für Strecken größer gleich 4 gilt.
3. Man baut eine Strecke komplett (Pflicht!) mit den benötigten Farben & bestzt dadurch die Strecke. Es gibt auch 2er und 3er Verbindungen zwischen Städten, aber wenn auch diese verbaut sind, muss man sich einen neuen Weg suchen.
4. Sind nur noch 2 oder weniger Waggons im Besitz eines Spielers, so darf jeder Spieler noch einmal.
5. Punktwertung: Pluspunkte für erledigte Strecken, Minuspunkte für nicht erledigte. Außerdem gibt es Punkte für die jeweilige Länger einer Stadtverbindung.