Rendezvous (Limited Pandora-Edition) | Lisa Martinek, Anika Mauer
DVD Filme:
rendezvous (limited ...
Rendezvous (Limited Pandora-Edition)
Lisa Martinek
,
Anika Mauer
Alive - Vertrieb und Marketing/DVD, 2007
Kundenbewertung:
(9 Bewertungen)
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Kauftipp
Rendezvous
DV
Beachtliches Erstlingswerk mit guten Darstellern und einer Tiefgründigen Story:
Mit einem sehr geringem Budget, einer gesamten Drehzeit von 14 Tagen und auf der Grundlage eines Theaterstückes von Tim Lang inszenierte Regisseur Alexander Schüler einen durchaus interessanten und authentischen Film, welcher auf jeden Fall eines Blickes gewürdigt werden sollte.
Die Story ist, ohne zuviel verraten zu wollen, gut durchdacht und auch von den Darstellern hervorragend dargeboten. Da wäre zum einen Sven Walser in der Rolle des Walter, eines Bankangestellten welchem sehr viel an seiner Karriere um dem daraus hervorgehenden finanziellen liegt. Seine Frau, Anna (gespielt von Lisa Martinek) wünscht sich hingegen nichts mehr als eine Familien zu gründen. Als sich das Paar wie durch Zufall in ihrer eigenen Wohnung begegnen ist die Verblüffung auf beiden Seiten recht groß, haben sie sich doch ziemlich auseinandergelebt. Als dann noch deren beiden Freund Jost (Tim Lang) hinzukommt und im weiteren Verlauf auch noch dessen Frau Yvonne (Anika Mauer) zeigt sich schon bald dass sich wohl, wie auch Filmtitel verrät, nicht alle durch Zufall am selben Ort eingefunden haben...
Man merkt dem Film sicherlich sein geringes Budget an, jedoch ist es wohl genau das was dem Film eine gewisse Authentizität verleiht. Man hat förmlich das Gefühl dass alles was einem hierbei geboten wird, einem durchaus selber hätte passieren können. Kamera und Ton sind auch durchaus Sehenswert. Ein großes Lob darf wohl in Richtung der Darsteller entsandt werden, sind es doch zum Teil sehr lange Passagen, welche ohne Break oder ähnlichem gut bzw. zum Teil sehr gut dargestellt worden sind. Der Film kommt größtenteils ohne größere Schnitte aus und legt sehr viel Wert auf wirklich gute und auch Tiefgründige Diskussionen. Das Ende des Filmes ist zu Beginn vollkommen unvorhersehbar, zeigt es einem doch wie belanglos alles andere im Vergleich zum Finale sein kann.
Vier Wände, vier Darsteller, ein Papagei. So oder so ähnlich könnte man den Film zusammenfassen. Sehr gute Dialoge gepaart mit sehr gut agierenden Darstellern und einer auch nachdenklich stimmenden Story machen "
Rendezvous
" zu einem durchaus Sehenswerten Erstlingswerk von Regisseur Alexander Schüler. Der Film bietet gute Unterhaltung und dem aufmerksamen Zuschauer auch durchaus eine gute Portion Dramatik!
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ein hartes Stück Arbeit
Ein hartes Stück Arbeit war dieser Film - zunächst wohl erst einmal für diejenigen, die den Film gemacht haben, ohne finanziellen Zuschuss aus Filmförderungen, als eine wirkliche Independent-Produktion. Ein hartes Stück Arbeit aber auch für die Zuschauer, die sich diesem Film nicht entziehen können. Sie werden hereingezogen in die emotionalen, sozialen und moralischen Abgründe, die dieser Film konzentriert und mit großen schauspielerischen Leistungen in Szene setzt. Ein mutiger, radikaler und kompromissloser Film, der die im deutschen Kino üblichen und oberflächlichen Beziehungsdramen weit hinter sich läßt. Der Film zeigt - mit kleinen, aber wirkungsvollen Mitteln - wo filmhistorische Anknüpfungen zu unerwarteten und gewöhnlichen Ergebnissen führen können: Anknüpfungen z.B. bei "Dogma-Filmen", Godard, bei Fassbinder.
Ich hatte den Film bereits in einem Düsseldorfer Kino gesehen und war beeindruckt: auch von dem Regisseur Alexander Schüler und dem Autor, dem Schauspieler Tim Lang, mit denen wir im Anschluss an den Film eine hochinteressante Diskussion führten. Von daher war klar, dass ich den Film nochmals auf DVD sehen musste und tatsächlich ist es - trotz des harten Stücks Arbeit - ein Film, den man mehrfach gesehen haben sollte.
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ganz großer sport
Jean-Luc Godard hat in: Das Gesagte kommt vom Gesehenen, 2000/01 über das Filmen von Sport nachgedacht und in diesem Zusammenhang davon gesprochen, dass der fiktionale Film mit dem Sport nichts anfangen kann, weil er der Wahrheit des Sports nicht gerecht zu werden wisse. Fiktion kann einer Sache nicht gerecht werden. Man müsste nicht nur den Sieger und das Spiel filmen, sondern auch den Abend davor und danach, die Freundin, die Familie... Und: Was heute so betrübt, ist die Tatsache, dass alle Filme gleich gefilmt sind. Die erste Runde genau wie die letzte. Es ist die Herrschaft des ,Immergleichen`.
Wer weiß, ob der Regisseur Alexander Schüler dieses Interview gelesen hat. Sein Low-Budget-Spielfilmdebüt, gedreht mit der Handkamera, ist jedoch ganz großer Sport - und zwar im ambivalenten Sinne Godards.
Unübersehbar liegt dem Film ein pointiertes Theaterstück zugrunde: fast durchgängig spielt er in der stylish" eingerichteten, weitläufigen Wohnung von Walter und Anna. Überraschend begegnet sich das Paar am frühen Abend in der gemeinsamen Wohnung, beide gingen davon aus, der Partner sei anderweitig unterwegs. Beide haben gute Gründe, die vermutet sturmfreie Bude" aufzusuchen. Man belauert sich, verletzt einander mit souveräner Routine, die Lebensentwürfe passen längst nicht mehr zusammen. Geblieben sind Verachtung und Frustration. Später kommen überraschend Gäste. Erst Walters Freund Jost, später dessen Frau Yvonne. Auch sie kommen nicht zufällig. Vieles kommt im Lauf der Nacht in Bewegung, wenn die Figuren ein tiefes Bad der Gefühle, des Zynismus und der Lebenslügen nehmen. Man spielt" miteinander, bekommt Vermutungen bestätigt und wird vom Wissen der Anderen überrascht. Obszöne Anspielungen schlagen in offene Aggression um und werden wieder zu Meta-Kommunikation kanalisiert. Fortan laufen die Figuren mit rauchenden Colts durch die Wohnung - jeder Satz ein Treffer. Man kennt die Schwächen und Stärken des Gegenübers, gnadenlos werden mit Rasiermesser scharfen Invektiven unheilbare Wunden geschlagen. Walter, ein (von Sven Walter furios gespieltes) Ekelpaket, ahnt früh, dass er Anna und Jost ins Gehege gekommen ist, sammelt Indizien, stellt sie provokant zur Rede, rechnet mit Verve ab - und ist in diesem Moment selbst ein selbstgefällig-amoralischer Betrüger und zugleich ehrlich empört. Die verspätet hinzukommende Yvonne trifft unvorbereitet auf ein vermintes Gelände, ist ahnungslos und bis zur Dummheit oberflächlich - und doch selbst Teil des Gegenspiels.
Ist doch alles nur ein Spiel!", heißt es einmal. Wir reden doch nur!"
Rendezvous
" steht in der Tradition von Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Wolff?", dessen Konflikte hier verdoppelt und zugespitzt werden. Was auf dem Theater mit einer brillant auf Effekt gedrechselten Choreografie papieren und ausgedacht wirken könnte, wird durch die filmische Montage lebendig. Regelrecht sportiv, formal brillant, mit großartigen Darstellern und funkelnden Dialogen folgt Schüler den Auseinandersetzungen des klaustrophobischen Vier-Personen-Stücks, geht ganz nah heran, gönnt dem Zuschauer ab und an eine Halbtotale zum Durchatmen, sondiert das Gelände, registriert die Verletzungen, Überforderungen und auch die Sadismen, bevor er munter ins nächste Scharmützel zieht. Der Film ist wie ein quirliger Boxkampf inszeniert, geht dahin, wo Worte weh tun, zeigt die ständig die Fronten wechselnden Akteure und überzieht nur in zwei, drei Szenen, die die Drastik ins unfreiwillig Komische umschlagen lassen. Dass die Paare einander wechselseitig betrügen, weiß der Zuschauer längst; fraglich, ob der obszöne Showdown in der Sauna da noch notwendig gewesen wäre. Dennoch ist Schülers glänzender Film rasantes, unbarmherziges Kino über Menschen, die irgendwann dazu übergehen, sich nur noch die Wahrheit zu sagen und einander auch ganz alte Verletzungen und Demütigungen offenbaren. Was hier in Echtzeit kulminiert, hat eine lange Geschichte. Wie einst Fassbinders Chinesisches Roulette" ist auch Rendezvous" eine treffsichere, kalte, bis zur Erschöpfung konsequente Studie über alltäglichen Faschismus mit (wahrscheinlich) tödlichem Ausgang für die schwächste Figur.
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Stilisierte Intensität mit vielen Einsichten -- wenn man denn will
Wer sich geballt Stoff über menschliche Existenz und Sinnhaftigkeit von Paarkonstellationen geben will, sieht diesen Film zeitnah mit "Swingers - ein unmoralisches Wochenende". Das ist ein perfektes Double Feature. Wer dann noch Nerven hat, schiebt quasi zur Entspannung "Die zwölf Geschworenen" hinterher ... ;-)
Genau wie "Swingers" ist "
Rendezvous
" ein fast konsequent durchgezogenens Kammerspiel mit zwei Paaren. Aber während in "Swingers" der Partnertausch offen vollzogen wird und die Charaktere bezüglich des Grades ihrer Selbstreflexion und Selbstsicherheit beleuchtet werden und sich die gut verborgenen Unwahrheiten und Konflikte genau daran entzünden, betrüben sich die Paare in "Rendezvous" seit ein paar Wochen und die allesamt überdurchschnittlich reflektierten Figuren unterscheiden sich eher darin, wie sie ihren Lebenssinn definieren und sich in ihrer Umwelt verankern. Auch sind die Figuren in "Rendezvous" stärker stilisiert als in "Swingers"; hier macht sich wohl die Vorlage bemerkbar.
Walter gewinnt Lust durch Macht und Kontrolle und definiert Erfolg über Geld. Punkt. So einfach ist das. Und er hat sein Leben konsequent daran ausgerichtet.
Seine Partnerin Anna hätte lieber auch Streicheleinheiten und soziales Gefüge in ihrem Leben, kann sich aber nicht durchsetzen. Da Walter ihr Lebensmodell nicht attraktiv findet, übt es keine Anziehung auf ihn aus. Im Gespräch vereitelt Walter Erkenntnisgewinn und Ausgewogenheit durch Dominanzrhetorik. So findet Anna beim befreundeten Jost Verständnis und Zuwendung.
Jost seinerseits hat verloren. Er hat geerbt und kann das Unternehmen nicht erfolgreich führen. Sein halbes Leben hat er "geopfert, um" seiner Partnerin Yvonne "zu helfen". Im Moment unseres Zuschauens steht er vor dem äußeren Nichts. In der Affäre mit Anna kann er für einen Moment mit dem, was er am besten kann, Hoffnung schöpfen.
Yvonne kreist um ihr Selbstmitleid ebenso wie Walter um seine Macht. Sie glaubt wie er nicht an soziale Bindungen. Aber anders als Walter hat sie ihrem Leben keinen konkreten Sinn gegeben. Sie sucht nach Halt in der Bindung zu Jost, in der aber beide Rollen spielen, die nicht tragfähig sind. Die ungetrübte Konsequenz von Walters Dasein übt enorme Anziehungskraft auf sie aus.
Status wird sehr gut gespielt und in allen Szenen bleiben die Darsteller ihrer Rolle treu. Und da sind Szenen dabei, in denen Rollentreue heftigst auf die Probe gestellt wird. Es ist auch nicht eben leicht ein Theaterstück filmisch umzusetzen.
Wichtiger Stoff, glaubhaft besetzt, intensiv gespielt, stilistisch und technisch passend umgesetzt. Nichts für kuschelige Abende, klar.
Offenbar gab es wegen der Zuschüsse Grabenkämpfe oder andere Befindlichkeiten im Zusammenhang mit der Produktion; anders kann ich mir die inhaltlich weitgehend unhaltbare Rezension unten nicht erklären. Schade. Für mich als Zuschauer aber nicht erheblich. Ich befürworte die Verfügbarkeit der DVD, da ich den Film noch einmal sehen wollte, nachdem ich ihn im Kino gesehen hatte.
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