Ah! Mio Cor | Georg Friedrich Händel
klassische Musik:
ah! mio cor
Ah! Mio Cor
Georg Friedrich Händel
Archiv Produktion (Universal), 2007
Kundenbewertung:
(7 Bewertungen)
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AH!
MIO
COR
Ganz außergewöhnlich
Kann mich den meisten meiner (Vor-)Rezensenten/innen nur anschließen: Ein ganz wunderbares, außergewöhnliches Album, das man der ansonsten doch eher etwas spröden Magdalena Kozena gar nicht zugetraut hätte. Der hohe Grad der kompromisslosen Identifikation der Künstlerin mit den dargestellten Rollen und den in der Musik ausgedrückten Affekten lässt einen staunen und zeitweise den Atem anhalten. So wird diese - zurzeit etwas überstrapazierte Musik - auf eine ganz neue Bedeutungsebene gehoben.
Kozena goes Händel
Händel ist 'in', keine Frage. Allein vier sehr bekannte Interpreten/innen haben in den letzten Wochen Händel-Alben mit Arien vorgelegt (Bostridge, Padmore, Röschmann, Kozena). Und alle sind absolut hörenswert. Es macht Spaß, vergleichend zu hören.
Kozena gehört in unserer Zeit, in der Sängerinnen ins Korsett von massentauglichen Assoziationen gesteckt werden, zu den angenehm unaufgeregten Künstlerinnen, die sich davon nicht anstecken läßt, sondern einfach ihr Ding macht. Und das macht sie so überzeugend, so überwältigend, daß man ihr einfach nur noch dankbar sein kann. Auch hier hat sie wieder eine einfühlsame Begleitung, hervorragend ausgesteuert - das Album ist schon ein Genuß.
Meine persönlichen Highlights auf dieser CD: Das SCHERZA INFIDA und das LASCIA CH'IO PIANGA (zum Weinen schön). Beide Arien kann ich problemlos mehrfach hintereinander hören. Ansonsten hätte ich mir auf dieser CD ein bißchen mehr Mut zu einer unkonventionelleren Auswahl gewünscht. Und sicher hätte es der Zusammenstellung auch gut getan, wenn zwischen all den getragenen Arien auch mal eine mit mehr Pep und Feuer gewesen wäre - so fehlt etwas die Abwechslung. Und dabei hat Händel so tolle Bravourarien geschrieben!! Dafür gibt's dann gesamt eben nur 4 Sterne...
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Zwiegespalten
ich habe dieses Album bereits mehrmals gehört, aber eine wahre Begeisterung will sich nicht einstellen. Einmal abgesehen davon, dass zum wiederholten Male dieselben Arien eingespielt worden sind, es gibt ja weiss Gott noch dutzende Händel-Arien die einer Einspielung "harren", entsteht bei mir nach kurzer Zeit der Eindruck von Gleichförmigkeit. Frau Kozena besitzt eine sehr schöne Klangfarbe, die aber auf Dauer interessante Farben vermissen lässt. Für einen Mezzo besitzt sie erstaunlich wenig Tiefe und wenn, wird sie oft unter starkem Druck erzeugt und nur unter zu Hilfenahme einer deutlich künstlichen Eindunklung. Renee Fleming klingt in ihrer "Alcina"-Arie im unteren Register deutlich komfortabler, und das als Sopran. Frau Kozenas Stimme wirkt relativ "kurz".Wirkliche Höhe git es nicht und wenn die Stimme aufgezogen werden soll, stellt sich ein sehr schnelles Tremolo ein.Zeichen, dass die Stimme nicht genügend auf dem Körper sitzt.
Gerade bei "Ah
mio
cor
" stört mich das Prinzip bei den Kadenzen stets nach dem Orchester einzusetzen und synkopisch zu singen. Der Fluss wird unterbrochen. Das klingt nicht nach Händel und war zu der Zeit ein untersagtes Stilmittel. Oder ist es keines ? Täuscht das Gefühl, Solistin und Orchester haben andere Tempovorstellungen und kommen einfach nicht zusammen? Bei einer Live-Aufnahme vielleicht akzeptabel, aber im Studio ?
Die Verzierungen wirken auf mich eher gewollt ,denn spontan und natürlich und nicht wirklich dem Gestus entsprechend, oder auch dem Frau Kozenas.
Für mich ärgerlich ist der "Orlando"-Ausschnitt, weil hier die Grenzen des guten Geschmacks doch deutlich überschritten werden. Was hier als Ausdruck verkauft werden soll, klingt für meine Ohren einfach nur furchtbar aufgesetzt und technisch schlecht ausgeführt. Der Rest ist zwar schön gesungen, aber Bühnenatmosphäre suche ich vergeblich. Da wird Frau Kozena von Kolleginnen deutlich deklassiert, wie z.B. Anne Sophie von Otter.
Das Orchester spielt gut, unterstützt aber oft zu wenig und spielt nebenher.
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emotional eingenebelt
Nun wirft sich auch Frau Kozena auf den Händelzug, oder sollte man eher sagen die Deutsche Grammophon tut es.
Frau Kozena vermag zu singen, ist technisch versiert und hat auch schöne Momente, doch jault" sie sich auch schon mal durchs Programm und was andere vielleicht als expressiv empfinden mögen, empfinde ich als spekulativ manieriert und nimmt zuweilen hässliche Züge an. Sicher die Sängerin interpretiert intelligent, und so liegt es nicht an den auch ruhige Stücken, dass sie nicht zu fesseln weiß, sondern dieser Sängerin fehlt das "Feuer der Seele". Wenn ich richtig informiert bin, bekundete Frau Kozena einmal sie glaube an nichts, und so singt sie auch Ihre Programme trotz aller Finesse erschreckend "gleichgültig", ja fast schon emotional eingenebelt dumpf, und dies ist es was bei mir hängen bleibt.
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Titel / Tracks
Ah, mio cor (Act 2) | Recit. acc: "Where shall I fly?" (Act 3) | Pensieri, voi mi tormentate! (Act 2) | No.12 Aria "Cara speme, questo core tu cominci" (Atto primo) | O Had I Jubal's Lyre (Original Version) | "Scherza infida in grembo al drudo" (Act 2) | Sinfony - "With darkness deep" Theodora - Sc. 2 (Part 2) | Desterò dall'empia dite (Act 2) | Ah Stigie larve! ... Vaghe pupille, non piangete, no (Act 2) | "Dopo notte, atra e funesta" (Act 3) | "Lascia ch'io pianga" (ZWEITER AKT)
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