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  Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht | Forest Whitaker, James McAvoy
 
 
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Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht
Forest Whitaker, James McAvoy

Twentieth Century Fox Home Entert., 2007

Kundenbewertung:(36 Bewertungen)
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Ein Meisterwerk der Extreme! Schonungslos, präzise und erschreckend realistisch. Ein nervenzerrender Ausnahmethriller über Idi Amin, einen der brutalsten Diktatoren der Weltgeschichte!

Der junge schottische Arzt Nicholas Garrigan (James McAvoy) ist in Uganda am Ziel seiner Wünsche angelangt: Eine fremde Kultur und die Möglichkeit, das Gesundheitssystem mit aufzubauen, wecken seine Abenteuerlust. Unerwartet wird er zu einem Verkehrsunfall gerufen, in den der Staatspräsident Idi Amin (Forest Whitaker) verwickelt ist. Schnell steigt er zu dessen Leibarzt auf und gehört bald zum Kreis der engsten Vertrauten. Verwöhnt und vom Luxus berauscht, übersieht Garrigan zunächst die Gräueltaten, die um ihn herum geschehen. Als er dann doch endlich Stellung bezieht, ist es beinahe schon zu spät. Und obendrein wendet der Diktator sich gegen seinen einstigen Schützling...


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Nicht Fisch und nicht Fleisch

Einerseits erhebt der Film den Anspruch sich auf historische Tatsachen zu berufen, andererseits wird dann eine ziemlich an den Haaren herbeigezogene Story von einem jungen schottischen Arzt eingebaut. Das geht so weit, das dieser junge Mann eine Affäre mit einer von Idi Amins Frauen anfängt und sie vom ihm schwanger wird. Nicht sehr glaubwürdig das Ganze. Dem jungen Schauspieler nimmt man ausserdem den Arzt nicht ab. Forest Whitaker als Idi Amin ? Da muss ich mir den Film nochmal ansehen um mir ein endgültiges Urteil zu bilden. Fazit: wirklich beeindruckt hat mich der Film nicht.


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Der Schlächter Afrikas

Der letzte König von Schottland war einer der schlimmsten und grausamsten Diktatoren Ugandas, der in seiner 8jährigen Schreckensherrschaft von 1971-79 mehr als 300.000 Menschen hat umbringen lassen. In Anlehnung an seine Hassliebe zu Großbritannien hat er sich diesen Titel gegeben.

Idi Amin, wahrscheinlich 1928 geboren, war ein 1,93 großer Mann von über 100 kg. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, ging er 1946 zur Britischen Kolonialarmee, wo er sich schnell hocharbeitete. Seine Brutalität wird bereits hier offenkundig. Aber Idi Amin hatte viele Gesichter, er war charmant, witzig, paranoid, kumpelhaft, großzügig, gewissenlos und kaltblütig. Jeder, von dem er sich in seiner zunehmenden Paranoia bedroht fühlte, wurde umgebracht. Nach einem unblutigen Militärputsch bemächtigte er sich 1971 des Amtes seines Vorgängers und ehemaligen Gönners Obote. Von da an begann seine Schreckensherrschaft. Es gab öffentliche Hinrichtungen, die Opfer wurden an Krokodile verfüttert, sogar von Kannibalismus war die Rede. Er ließ alle ca. 50.000 Asiaten (vornehmlich geschäftstüchtige Inder) aufgrund einer Afrikanisierungskampagne innerhalb von 90 Tagen des Landes verweisen, was die wacklige ugandische Wirtschaft vollends zum Einsturz brachte. Er zeugte über 25 Kinder mit verschiedenen Frauen, lebte im Luxus, während sein Volk kaum genug Essen zum Überleben hatte. Uganda war beherrscht von seiner Willkür, Brutalität und Launenhaftigkeit, die Ugander waren - anfangs in Ehrfurcht, später nur noch in Furcht - vor ihrem Diktator erstarrt. Sie hatten so viele Hoffnungen auf diesen neuen "Mann des Volkes" gesetzt, doch auch Idi Amin ging es, wie Vielen vor und auch nach ihm, nur um die Profilierung der eigenen Person, um Macht und Unterdrückung, um Anerkennung und Reichtum.

Wie stellt man nun so eine komplexe Persönlichkeit filmisch dar? Man nimmt sich zuerst einmal einen Ausnahmeschauspieler mit einem großen Talent zur Wandlungsfähigkeit und der wahrhaftigen Verinnerlichung seiner jeweiligen Rollen wie Forest Whitaker (ich erinnere nur an "Ghost Dog" und "The Crying Game"), der in dieser Rolle brilliert wie selten zuvor. Des weiteren tragen ein bis dahin vorrangig durch TV-Produktionen in Erscheinung getretener Regisseur und ein gut ausgearbeitetes Drehbuch (nach Buchvorlage von Giles Folden) zum Erfolg der Verfilmung bei.
In 123 Minuten versucht Regisseur Kevin Macdonald nun, uns möglichst viele Aspekte dieses Diktators und Ugandas nahe zu bringen. Anhand der fiktiven Geschichte eines jungen schottischen Arztes, der durch Zufall zu Amins Leibarzt ernannt wird, wo er doch eigentlich nur weg aus dem spießigen und beengten Schottland, ein bisschen Spaß mit jungen Afrikanerinnen haben und nebenbei dem Land ein wenig medizinische Unterstützung zukommen lassen wollte, führt uns Macdonald durch Idi Amins Kosmos. Er genießt den mit seinem neuen Status einhergehenden Luxus, freundet sich mit Amin an, der ihm immer verantwortungsvollere Aufgaben anvertraut. Nach und nach bleiben aber auch dem jungen Schotten die dunklen Seiten Amins Persönlichkeit nicht mehr verborgen und er sieht seine einzige Chance zu überleben in der Flucht.

Bedauerlicherweise schafft es Macdonald nicht, die Komplexität Idi Amins adäquat darzustellen. An Forest Whitaker liegt es nicht, er spielt Amin überzeugend und charismatisch. Aber der Film bleibt alles in allem hinter den in ihn gesetzten Erwartungen zurück. Wenn ich die diktatorische, grausame, ungerechte und zutiefst menschenverachtende Herrschaft eines Schlächters darstellen will, darf ich mich nicht nur auf seine positiven Seiten beschränken und die negativen nur andeuten bzw. abmildern. Zugunsten der Massenkompatibilität werden - wie in Hollywood üblich - die Fakten verdreht und Wichtiges einfach weggelassen. Man muss nun nicht allzu sehr ins Detail gehen und z. B. den Amin nachgesagten Kannibalismus in Bilder umsetzen, aber ein bisschen mehr Objektivität und Ausgewogenheit bei eben auch der Darstellung des paranoiden, wahllos mordenden und unglaublich barbarischen Diktators hätte den Film weitaus glaubwürdiger und auch packender gemacht.

Die Bedrohung, die von Amin ausging und seine immer stärker werdenden Wahnvorstellungen, seine Paranoia, werden kaum mehr als angedeutet. Es werden keine Hinrichtungen gezeigt, nicht das achtlose Wegwerfen der Leichen in Flüsse, weil man mit dem Gräber schaufeln nicht hinterher kommt und ebenso wenig die Angst und Panik des Volkes von Uganda vor ihrem Diktator. Ein paar hochrangige Minister, Ärzte etc. verschwinden, eine seiner Frauen wird - zugegebenermaßen - bestialisch ermordet (die einzig wirklich erschütternde Szene des Films), aber weitestgehend bleiben seine Greueltaten schemenhaft. Dies wird weder der Realität noch Idi Amin gerecht. Und was kann man mehr fordern wenn nicht wenigstens Gerechtigkeit; Gerechtigkeit für hunderttausende unschuldige Opfer, Gefolterte und Beraubte, Ermordete und Verschwundene?

Der letzte König von Schottland ist ein guter, ein wichtiger Film. Und man sieht deutlich das Potenzial, das noch in ihm steckt. Wenn man ein bisschen mutiger gewesen wäre, wenn Forest Whitaker sich ganz hätte entfalten dürfen, wenn man - auch auf Kosten ein paar tausend Zuschauer weniger - Idi Amin und "sein" Uganda wahrheitsgemäßer und somit sicherlich grausamer dargestellt hätte, wäre dieser Film noch besser geworden. So bleibt ein leichtes Unverständnis über den doch gar nicht so schrecklichen Diktator und das Bedauern über einen guten Film, der aber hinter seinen (sichtbaren) Möglichkeiten zurück bleibt. Ein bisschen weniger Katzbuckelei vor Hollywood, dafür ein bisschen mehr Respekt vor Afrika, und dieser Film wäre mehr geworden als ein halbwegs akzeptables Biopic über einen der vielen Massenmörder Afrikas.

P.S.: Idi Amin wurde 1979 gestürzt, flüchtete erst nach Libyen und von dort aus in den Irak. Schließlich landete er im Exil in Saudi Arabien, wo er 2003 an Nierenversagen starb. Er wurde für seine Taten nie zur Rechenschaft gezogen.

Zu empfehlen sei an dieser Stelle der 1974 von Barbet Schroeder gedrehte und von Amin selbst autorisierte Dokumentarfilm über Idi Amin, "General Idi Amin Dada" (UK-Import).


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Gute Darstellung wertet den Film auf....

Idi Amin war von 1971 bis 1979 ugandischer Diktator, er war Sinnbild des brutalen afrikanischen Gewaltherrschers, damals waren seine Greueltaten täglich Thema der Weltpresse. Zwischen 100.000 und 500.000 Menschen fielen nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen seiner achtjährigen Gewaltherrschaft zum Opfer.
Der Brite Kevin McDonald, Enkel des ungarisch-britischen Drehbuchautors und Filmregisseurs Emeric Pressburger, drehte 2006 diese britisch-amerikanische Coproduktion mit Forest Whitaker in der Titelrolle.
Der Film war sehr erfolgreich, Whitaker spielte den Diktator so gut, dass er nicht nur für den Oscar nominiert wurde, er gewann ihn dann auch noch...wobei man vielleicht noch dazu anmerken muss, dass die Konkurrenz in diesen Jahrgang nicht gar so stark war.
Auch bei der Verleihung zum europäischen Filmpreis war er mehrfach nominiert.
Ein Film, über den gesprochen wurde....
Die Geschichte des Psychopathen Amin ist im Film auch die Geschichte des schottischen Mediziners Nicolas Garrigan (James McAvoy) aus dessen Sicht die Story aufgerollt wird.
Als er zufällig dem frisch gebackenen Präsidenten Idi Amin bei einem Verkehrsunfall hilft, wird er sehr bald von ihm zu seinem Leibarzt ernannt. Amin hat auch charismatische Züge, ein kindliches und emotionales Gemüt, dies beeindruckt den jungen Arzt und so wird er zu einem seiner engsten Vertrauten. Somit verteidigt er Amin zunächst vehement gegen Vorwürfe gegen alle Kritiker. Nur langsam bemerkt Garrigan die Gefahr, die vom Verbrecher Amin ausgeht...aber da ist es dann auch schon fast zu spät.
"Der letzte König von Schottland" ist sicherlich kein schlechter Film. Dazu sind die Leistungen der Darsteller zu gut, die 20 Minuten bis zum Schlussakkord sind dramaturgisch hochspannend.
Ganz gepackt oder gefesselt hat mich der Film trotzdem nicht.
Er ist sicherlich besser als "Blood Diamond", eine weiterer Afrikafilm, der fast gleichzeitig in die Kinos kam - aber viel mehr Afrikaklischee bietet. Möglicherweise liegt meine Distanz zum Film daran, dass der Schwerpunkt des Streifens die ungleiche Freundschaft der beiden Männer beleuchtet, die Diskussion, das Abtasten der beiden sich wiederholt, selbst wenn die Dialoge abgewandelt sind und die Greueltaten des Diktator meistens nur angedeutet werden.
Für die Lebensgeschichte ist es zu wenig, für das Abbild eines kranken, gefärhlichen Mannes hat der Film aber einen optimalen Darsteller gefunden.






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Verführung

Ein (fiktiver) junger schottischer und abenteuerlustiger Arzt, Garrigan, fährt nach seinem Abschluss nach Uganda, um dort in eimem Dorfkrankenhaus zu praktizieren und etwas "Weltluft" zu schnappen. Durch eine Zufallsbegegnung fällt er dem frischgebackenen Diktator Idi Amin auf, den er durch seine naßforsche und selbtssichere Art beeindruckt.

Nach kurzem Überlegen nimmt er die angebotene Stelle als Leibarzt an und wird von da an in die Welt seltsamer Machtausübung verstrickt, die Amin praktiziert. Warnungen, die er von Landsleuten zu hören bekommt, weist er ziemlich großspurig zurück.

In seinem jugendlichen Überschwang genießt er seine neue Tätigkeit und den damit verbundenen Luxus, bestärkt durch Amin, der sich ihm als Vaterfigur anbietet und ihn immer wieder als "Berater" aufwertet. In Laufe der Zeit verstärkt sich jedoch die Paranoia Amins, der überall Feinde wittert. Dummerweise verpasst Garrigan den richtigen Zeitpunkt der Distanzierung und wird durch sein Vertrauen sogar zum Denunzianten und somit mitschuldig an den Verbrechen des Diktators. Erst als man ihm seinen Pass wegnimmt, merkt er, dass es fast zu spät ist. Sein Schicksal ist so gut wie besiegelt, als er sich mit einer der Frauen von Amin einlässt.

Die fiktive Person Garrigan ist als Platzhalter für den Zuschauer zu verstehen, der sich fragen sollte, wie er sich selbst verhalten hätte.

Was hier gezeigt wird, ist eine Beziehungsstruktur, deren Schwerpunkt Garrigan anfangs nicht verstehen kann. Er betrachtet sich als Gewinner in einem Spiel, das für ihn schon verloren ist. Fühlt sich Garrigan aufgrund seiner mangelnden Lebenserfahrung geschmeichelt, wird er stattdessen von Amin nach Strich und Faden manipuliert und verführt. Er verschließt die Augen so lange, bis er fast nicht mehr entkommen kann und sich mitschuldig an den Verbrechen des Diktators gemacht hat. Garrigan denkt letztlich an die kurzfristige Befriedigung seiner Bedürfnisse und ist dadurch das Spiegelbild der naiv-weißen Kultur im Umgang mit Staaten wie Uganda. Est als er selbst "am Haken hängt" liegt, wird ihm bewusst, dass er von Anfang an verloren hatte.

Gleichzeitig wirkt Garrigan dennoch sympathischer als das lauernde westliche Diplomatenpersonal, das anscheinend von vornherein wesentlich mehr Hintergründe kennt, ohne jedoch ehrliche Konsequenzen aus diesem Wissen zu ziehen, dabei Garrigan erst benutzen will und ihn letztendlich hängen lässt. Dieses Fäden ziehen im Hintergrund wirkt unangenehmer als die Schuld Garrigans, weil Garrigans Schuld am Ende eine reflektierte und eingestandene Schuld ist.

Amin selbst wird dargestellt als unbekümmerter Schlächter, den man in vielen Situationen fast mögen kann, solange man fähig ist, nicht wahrzunehmen, was er anrichtet. Er ist der klassische Verführer, der so naiv wie er selbst scheint, die Naivität der anderen ausnutzt und dazu einlädt, ihn zu unterschätzen.

Ein durchaus bemerkenswerter Film, der das Wechselspiel zwischen Verführung und verführt werden wollen, hervorragend auf die Leinwand bringt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die beliegende Dokumentation, wo einige Landsleute von Amin aus ihrer anhaltenden Begeisterung für den ehemaligen Dikator kein Geheimnis machen.



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