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  Jane Austens "Persuasion" (2007) | Sally Hawkins, Rupert Penry-Jones
 
 
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Jane Austens "Persuasion" (2007)
Sally Hawkins, Rupert Penry-Jones

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Erneut eine wohl gelungene Verfilmung des Romans der Bestsellerautorin Jane Austen? und wie immer von ihrer Anhängerschaft mit Leidenschaft diskutiert. Die Geschichte, im Jahre 1817 posthum veröffentlicht, erzählt von einer unerfüllten Liebe. Von den Irrungen der Menschen, die Schwierigkeit zu seinen Gefühlen zu stehen und für sie zu kämpfen. Und von der Einsicht, dass es doch eigentlich nur die Liebe ist, die uns auf Erden glücklich machen kann ? warum also nicht seinem Herzen folgen? Und eigentlich stellt sich für die junge Anne Elliot (Sally Hawkins) diese Frage auch gar nicht. Sie ist verliebt, seit sie denken kann. In den schmucken, wenn auch etwas unterprivilegierten Frederick Wentworth (Rupert Pentry-Jones). Sogar verlobt hat sich das junge Paar bereits. Doch für Anne, die in der britischen Oberschicht aufwächst, gäbe es vielleicht die Möglichkeit, eine noch bessere Partie zu machen. Und worum geht es sonst auf dem Heiratsmarkt, zumindest meinen das etwas abgeklärtere Geister in ihrer Umgebung so. Auf das Anraten ihrer mütterlichen Freundin Lady Russell hin, trennt sie sich von Wentworth ? was beide in einige Verzweiflung stürzt. Der junge Mann ist zu Recht tief getroffen und entzieht sich der Schmach, indem er einer Karriere als Captain zur See einschlägt. Ruhm und Ehre bringen ihm seine Fahrten ein, und eine Menge Wohlstand noch dazu. Ganz anders hingegen trifft es Anne. Ihre Familie verarmt ? all ihre Träume sind dahin. Niemals wird sie einen auch nur halbwegs ansehnlichen Ehemann finden, denn wer nimmt schon eine alte Jungfer ohne Mitgift. Für ihre Schwestern ist sie nur noch eine Last, und so manches Mal wird ihr das mehr als schmerzlich bewusst gemacht. Schließlich steht sogar das Anwesen der Elliots auf dem Spiel. Es muss vermietet werden, um die laufenden Kosten überhaupt noch zu decken. Als Interessentin offenbart sich ausgerechnet die Schwester Wentworths, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die beiden ehemals Verliebten wieder aufeinander treffen werden. Zu Annes Überraschung ist Wentworth noch immer Junggeselle. Hat er sie etwa in all der Zeit nicht vergessen? Hoffnung keimt auf, aber sein Verhalten ist mehr als abweisend. Anne plagen schlimmere Zweifel, als je zuvor. Soll sie dieses Mal zu ihren Gefühlen stehen und gar selbst einen Versuch wagen, für ihr Glück einzutreten? Vielleicht kann sich ihr Leben dann doch noch in jenes Liebesmärchen verwandeln, von dem sie heimlich so lange Zeit geträumt hat.

Unter der Regie von Adrían Shergold entstand erneut eine hochklassige Verfilmung des historischen Materials. Das Publikum jubelte und auch international konnte sich dieses Werk, mit einigen Lorbeeren schmücken, wie zum Beispiel dem Preis der Jury des Monte Carlo TV Festivals für Sally Hawkins als beste Darstellerin. Diese ist vor allem in England schon bei vielen Produktionen in Erscheinung getreten und überzeugte dabei in ihrer Vielfältigkeit. Auch im historisch beengten Gewand der Anne Elliot macht sie eine überaus gute Figur und wird von manchen schon als die beste Darstellerin für diese Rolle gehandelt, die es je gegeben hat. Überhaupt erntet die Besetzungsliste viel Zuspruch. Dem deutschen Publikum vielleicht weniger geläufig, handelt es sich hier um gestandene Schauspieler und Neuentdeckungen, die im englischen Fernsehen bereits viele große und kleine Rollen spielen durften. Die Inszenierung ist ebenfalls gelungen, greift in Kostüm, Sprache und Umgang auf das zeitgenössische England jener Tage zurück, ohne den Darstellern zuwenig Platz für eigene Interpretationen zu lassen. Denn schließlich geht es hierbei um ein Thema, das die Menschheit beschäftigt wie kein zweites: die Liebe. Hierbei konzentriert sich die Kamera zum großen Teil auf die Figur der Anne Elliot, die in Tagebucheinträgen und durch ihre Blicke, Gesten und manchmal hoffnungsvollen Versuche einen tiefen Einblick in die Leiden dieser jungen Frau gibt. Doch auch die männliche Seite bekommt in dieser Version mehr Raum für ihr Gefühlsleben, denn Captain Wentworth hadert nicht minder mit sich und der Welt, was vor allem im letzten Drittel der Geschichte sauber herausgearbeitet wird. Ein bisher leicht vernachlässigter Blickwinkel, der die Handlung aber beflügelt. Zudem wird es so auch für Nichtkenner der Materie einfacher, dem Verlauf zu folgen. Denn schließlich herrscht auch in diesem Werk der berühmten Autorin der Geist ihrer Zeit vor. Und der machte es fast unmöglich, seine Gefühle direkt zu äußern und sein Ziel auf geradem Weg zu erreichen. Andererseits gäbe es sonst weder einen so wundervollen Roman, noch eine so rührende Neuverfilmung davon, was wirklich schade wäre. Heut ist uns zwar mehr Redefreiheit in Sachen Liebe gewährt, aber der Erfolg stellt sich bekanntermaßen auch dadurch nicht von selbst ein. Deshalb ist Persuasion nicht minder aktuell, als ein Film mit Gegenwartsbezug, aber viel, viel schöner anzusehen.

Die DVD von KSM präsentiert diese wunderbare Verfilmung im Originalbildformat 1:1.78 (16:9 anamorph) sowie in der deutsch synchronisierten Fassung (Dolby Digital 5.1) als auch in der englischen Originalfassung (Dolby Digital 2.0) mit deutschen Untertiteln.


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Null. Acht. Fünfzehn. Nicht mehr und eher weniger.

Kommt eine Rezension zum 2007er Film ohne einen Vergleich mit der 1995er Version aus? Wohlmöglich, aber nicht bei mir. Gerade durch den abwägenden Blick, so meine Meinung, lassen sich die - subjektiven - Schwächen dieses Films schön darstellen. Mein grundsätzliches Urteil: Die aktuelle Version entpuppt sich als solider, ein wenig zu selbstverliebter und aufdringlicher Durchschnittsfilm. Warum? Er plappert alles aus, was viel schöner - siehe 1995 - zu zeigen oder anzudeuten wäre. Anne, von Amanda Root als stille, würdevolle und ein wenig tragische Figur gespielt, die im Laufe des Films neu erblüht, wird zur Tagebuch-schreibenden, andauernd direkt in die Kamera starrenden, heulenden und rennenden Nullachtfuffzehn-Möchtegernbraut, deren Innenleben so komplett uninteressant wird, weil gerade das bei Root so Reizvolle - die Distanz, die Reduktion und damit umso stärkere Wirkung von Gesten und Blicken - ganz aufgegeben wird. Rupert Penry-Jones ist für meinen Geschmack zu bubihaft und zu sehr beleidigter Geliebter; er hat zwar ein sympathisches Gesicht, kann damit mimisch aber recht wenig anfangen. Auch hier schneidet für mich Ciaran Hinds als wesentlich erwachsenere Variante deutlich besser ab. Zugute halte ich dem Film allerdings, dass er einige Zusammenhänge etwas deutlicher darstellt und damit die in der 1995er Version doch recht sanft geschliffenen Konflikte etwas stärker herausarbeitet. Letztlich macht das aber wenig Unterschied, auch weil am Ende auf die ganze Problematik um Mr Elliot etc. überhaupt nicht mehr eingegangen wird. Richtig ärgerlich fand ich allerdings, wie hier die berühmte Brief-Szene am Schluss gelöst wurde. Das war mein Highlight der 95er Version. Hier ist das Ganze für mich erstens unlogisch - Wentworth kommt doch gerade von Anne, wie kann er da Augenblicke später schon den Brief senden? Und wieso an dieser Stelle ein Brief, dessen Abfassung in der 95er Version (mit dem überhörten Gespräch zwischen Anne und Captain Harville) dramaturgisch viel motivierter und plausibler begründet wurde? Im derart losen Kontext verliert das einfach ungemein an Intensität. Annes Marathon danach macht das Ganze auch nicht besser.

Mein Fazit: Keine komplett misslungene Adaption, aber eben auch nichts Besonderes. Keine "Momente", und die Charaktere wachsen nicht so ans Herz, wie es sich gehört, auch wenn Sally Hawkins' Anne dabei noch am besten wegkommt. Und der Humor der 95er Version fehlt auch fast völlig, wenngleich man es da, insbesondere was Mary Musgrove und Annes Vater anging, schon ein bisschen nah ans Lächerliche geführt und das Potenzial der Figuren etwas erledigt hat. Dennoch gefielen mir diese Interpretationen im Vergleich besser, denn Anthony Head und Amanda Hale in den entsprechenden Rollen hier kommen im einen Fall bloß unsympathisch und im anderen uninteressant und überflüssig daher, und das ist mir dann doch zu wenig. Schlussendlich: Anschauen kann man's, aber ins Herz schließen - naja.


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Gute Verfilmung aus einem anderen Blickwinkel

Als ich mir die Neuverfilmung von Persuasion ansah, war ich angenehm überrascht. Ich hatte dabei das Gefühl, dass sie sich etwas an Stolz und Vorurteil von 2005 orientieren wollte, im Hinblick auf die stimmige, gefühlvolle Musik und die schönen Landschaftsbilder.

Sally Hawkins hat die Rolle der Anne sehr gut verkörpert und ich nehme ihr 100 %ig ab, dass sie unter dem Verlust ihrer Liebe sehr leidet. Ich finde es eine sehr gute Idee, dass die Neuverfilmung sich an den Gefühlen und Gedanken von Anne orientiert. So bekommt der Zuschauer ein Gefühl übermittelt, wie sehr und wie lange man an einer gescheiterten Beziehung hängen kann. Dieser Aspekt ist, wie ich finde, einer der Hauptaussagen des Romanes. Rupert Penry-Jones gibt einen glaubwürdigen Frederick Wentworth ab (auch ohne gebräunte Haut) und ich finde es sehr schön, wie er in ein paar Momenten des Filmes einen bedeutungsvollen Blick auf Anne wirft.

Warum ich dann aber nur vier Sterne vergebe und nicht fünf, hängt daran, dass mir das Ende etwas zu schnell ging. Anne scheint überhaupt nicht schockiert über die Tatsache, dass Mr. Elliot ein falsches Spiel mit ihr getrieben hat. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie zumindest für einen Moment stehen bleibt und das verkraften muss. Aber nein, sie muss ja weiter rennen, obwohl ich das Rennen an sich eine gute Idee finde, im Hinblick darauf, dass sie jetzt schnell zu ihrem Geliebten möchte und sich von niemanden mehr aufhalten lassen möchte. Der Kuss hätte etwas natürlicher sein können (vergleicht man hierzu den Kuss bei North and South - Wunderbar!) und weniger verkrampft. Auch vermisste ich den Wortwitz ein wenig, der in der Verfilmung von 1995 viel besser zur Geltung kommt. Alles andere aber finde ich sehr stimmig und für ca. 90 Minuten Spielzeit hatte ich nicht das Gefühl, dass etwas wichtiges gefehlt hat.


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