Unter der Regie von Adrían Shergold entstand erneut eine hochklassige Verfilmung des historischen Materials. Das Publikum jubelte und auch international konnte sich dieses Werk, mit einigen Lorbeeren schmücken, wie zum Beispiel dem Preis der Jury des Monte Carlo TV Festivals für Sally Hawkins als beste Darstellerin. Diese ist vor allem in England schon bei vielen Produktionen in Erscheinung getreten und überzeugte dabei in ihrer Vielfältigkeit. Auch im historisch beengten Gewand der Anne Elliot macht sie eine überaus gute Figur und wird von manchen schon als die beste Darstellerin für diese Rolle gehandelt, die es je gegeben hat. Überhaupt erntet die Besetzungsliste viel Zuspruch. Dem deutschen Publikum vielleicht weniger geläufig, handelt es sich hier um gestandene Schauspieler und Neuentdeckungen, die im englischen Fernsehen bereits viele große und kleine Rollen spielen durften. Die Inszenierung ist ebenfalls gelungen, greift in Kostüm, Sprache und Umgang auf das zeitgenössische England jener Tage zurück, ohne den Darstellern zuwenig Platz für eigene Interpretationen zu lassen. Denn schließlich geht es hierbei um ein Thema, das die Menschheit beschäftigt wie kein zweites: die Liebe. Hierbei konzentriert sich die Kamera zum großen Teil auf die Figur der Anne Elliot, die in Tagebucheinträgen und durch ihre Blicke, Gesten und manchmal hoffnungsvollen Versuche einen tiefen Einblick in die Leiden dieser jungen Frau gibt. Doch auch die männliche Seite bekommt in dieser Version mehr Raum für ihr Gefühlsleben, denn Captain Wentworth hadert nicht minder mit sich und der Welt, was vor allem im letzten Drittel der Geschichte sauber herausgearbeitet wird. Ein bisher leicht vernachlässigter Blickwinkel, der die Handlung aber beflügelt. Zudem wird es so auch für Nichtkenner der Materie einfacher, dem Verlauf zu folgen. Denn schließlich herrscht auch in diesem Werk der berühmten Autorin der Geist ihrer Zeit vor. Und der machte es fast unmöglich, seine Gefühle direkt zu äußern und sein Ziel auf geradem Weg zu erreichen. Andererseits gäbe es sonst weder einen so wundervollen Roman, noch eine so rührende Neuverfilmung davon, was wirklich schade wäre. Heut ist uns zwar mehr Redefreiheit in Sachen Liebe gewährt, aber der Erfolg stellt sich bekanntermaßen auch dadurch nicht von selbst ein. Deshalb ist Persuasion nicht minder aktuell, als ein Film mit Gegenwartsbezug, aber viel, viel schöner anzusehen.
Die DVD von KSM präsentiert diese wunderbare Verfilmung im Originalbildformat 1:1.78 (16:9 anamorph) sowie in der deutsch synchronisierten Fassung (Dolby Digital 5.1) als auch in der englischen Originalfassung (Dolby Digital 2.0) mit deutschen Untertiteln.