Die Abenteuer des Captain Alatriste sind eine Hommage an Klassiker wie Die drei Musketiere von Alexandre Dumas. Der Romanzyklus des Spaniers Arturo Pérez-Revertes (Die neun Pforten) ist in seinem Heimatland immens erfolgreich, die Verfilmung gilt mit 25 Millionen Euro als teuerster spanischer Film bislang. Regisseur Agustin Diaz Yanes hat ein monumentales Historienepos mit spektakulären Schauwerten geschaffen: Dank aufwändiger Kostüme, einer exzellenter Ausstattung und authentischen Kampfszenen werden der prunkvolle spanische Hof, die finsteren Gassen und heruntergekommenen Tavernen sowie die blutigen Schlachtfelder des Mittelalters wieder lebendig. Den Alatriste gibt heldenhaft Viggo Mortensen (Der Herr der Ringe), der sich erneut mit Leib und Seele seiner Rolle verschrieben hat. Großartige Bilder, exzellente Schauspieler, eine spannende Geschichte ? und doch fehlt das gewisse Etwas zum ganz großen Filmerlebnis. Wenn man die Bücher nicht kennt und nicht besonders bewandert in der spanischen Geschichte ist, fällt es nicht immer leicht der Handlung, die zum Teil mehrere Jahre überspringt, zu folgen. Der Hauptgrund ist, dass das Drehbuch mehrere Alatriste Romane zusammenfasst und der Film mit einer Dauer von ca. 139 Minuten etwas zu lang geraten ist. Regisseur Diaz Yanes wäre wahrscheinlich besser beraten gewesen, die Romane einzelnen zu verfilmen. Sowohl Romanheld Alatriste als auch Viggo Mortensen hätten das Zeug dazu gehabt, einen ganzen Filmzyklus zu tragen. Für Kenner der Romane und Historienfilm-Fans sehenswert. -- Birgit Schwenger