Die Besetzung der Amerikanerin Anne Hathaway (PlötzlichPrinzessin, Der Teufel trägt Prada) in der Rolle der Jane Austen sorgte zunächst für einen empörten Aufschrei bei den Briten. Doch Hathaway meistert den Spagat zwischen natürlichem Liebreiz und intellektueller Ambition gekonnt. Sie füllt das Bild der berühmten britischen Schriftstellerin mit Leben an und scheint gleichzeitig direkt einem Roman Austens entsprungen zu sein. Julian Jarrolds Inszenierung weckt denn auch unweigerlich Assoziationen an Jane-Austen-Verfilmungen wie Stolz und Vorurteil oder Sinn und Sinnlichkeit. Das romantische Drama vermischt äußerst geistreich Fakt und Fiktion. Es handelt sich nicht um eine Biografie im engeren Sinne, sondern um eine phantasievolle Spekulation über das (Liebes-) Leben der Autorin und dessen Einfluss auf ihr Werk. Nicht Emma oder Anne stehen diesmal im Mittelpunkt der gefühlvollen Verirrungen, sondern Jane selbst. Die Handlung spiegelt das Geschehen ihrer Romane wider, die geistreichen Wortgefechte zwischen Jane und Tom - James McAvoy (Abbitte, Der letzte König von Schottland) gibt den charmanten Gentleman - entsprechen dem sprühenden Dialogwitz des literarischen Vorbildes. Beste Unterhaltung im Stile Jane Austens. -- Birgit Schwenger