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  Ivanhoe [UK IMPORT] | Christopher Lee, Sian Phillips
 
 
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ivanhoe [uk import]

Ivanhoe [UK IMPORT]
Christopher Lee, Sian Phillips

Acorn Media, 2008

Kundenbewertung:(2 Bewertungen)
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Gigantisches Ritterepos mit Suchteffekt

Von mir 100 Sterne und die goldene Lanze am Band.
Das ist wieder mal so ein atemberaubender Film aus UK, bei dem ich mich frage, warum man den nicht schon längst im deutschen Fernsehen gezeigt hat. Aber seit Februar 2008 gibt es nun diese (immerhin) englischsprachige DVD Ausgabe, das ist doch wenigstens schon mal ein Anfang. ;-) Hier hat die BBC zusammen mit A&E den Roman von Sir Walter Scott beinahe wortgetreu verfilmt und damit ein zeitloses Filmepos sondergleichen geschaffen, dessen einziger Fehler es ist, dass nur so wenige es kennen!

Vergessen Sie den alten knallbunten Schinken aus dem Jahre 1952 mit Robert Taylor als Wilfried of Ivanhoe, vergessen sie das kitschige Hollywood Szenario von damals und vergessen Sie vor allem Liz Taylor als Rebecca, denn in dieser Serie aus 1997 wird all das weit in den Schatten gestellt. Hier wird man absolut authentisch, actionreich, mitreißend und mit erstklassiger Besetzung fast 5 Stunden lang unterhalten und dabei lässt diese Verfilmung nichts mehr zu wünschen übrig.

Die geschätzte Rezensentin "romantica" hat alles Wichtige schon zutreffend gesagt und viel Informatives noch dazu. Daher gibt's von mir hier "nur" ein paar Sätze zu meinen ganz persönlichen Highlights (irgendwie muss ich meine 100 Sterne ja begründen ;-)):
Die kulturellen und politischen Gegensätze von Sachsen und Normannen sind sowohl optisch als auch sprachlich so subtil herausgearbeitet, dass jede Filmminute (selbst für altehrwürdige Historiker) ein Leckerbissen ist. Jedes Detail stimmt, jeder Satz, jeder Akzent. Grandios!
Der wahre Held dieser Geschichte ist für mich der vermeintliche Bösewicht Brian de Bois Guilbert, der eine unglaublich tragische Figur darstellt und von Ciaràn Hinds leidenschaftlich verkörpert wird. Zum Hinknien genial. (Hach wie habe ich mich in diesen Bösewicht verliebt - verzücktes Doppelseufzen).
Christopher Lee als fanatischer Großmeister der Templer Beaumanoir ist schlicht gesagt göttlich! Stimme, Mimik, Aussprache zum Todesangst kriegen.
Diese Rebecca (Susan Lynch) ist einfach perfekt besetzt. Ihr Gesicht ein Genuss, die Aussprache (mit einem köstlichen jüdischen Akzent)gigantisch, ihre Darstellung ohne jeden Tadel.
Die Kampfsequenzen, sowohl bei den Turnieren als auch wenn es richtig ernst und blutig wird, sind mit jedem Ridley Scott Film auf Augenhöhe und echte Herzschlag-Aussetzer und Schnell-die-Augen-Zuhalter!

Fazit:
Wer auch nur einigermaßen passabel Englisch beherrscht und wer Freude an authentischen und opulenten Historiendramen hat, wer Ritterfilme der Luxusklasse liebt, der sollte sich UNBEDINGT auf diesen Film einlassen.
Für mich ist das ein Film, den ich mindestens genau so oft ansehen werde wie "Herr der Ringe" (also sehr, sehr oft) ;-).

DVD:
2 DVDs, Englisch mit englischen Untertiteln, Aspect Ratio 4:3, Dolby Digital, Lauflänge 306 Minuten, Special Features: Behind the Scenes Picture Gallery, Filmographies, Subtitels


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Normannen und Sachsen - Blutiger Kampf und raue Romantik (Ivanhoe BBC 1997)

Der Inhalt in Kurzform:
Ende des 12. Jahrhunderts. Als Wilfred von Ivanhoe um die Hand der schönen und gesellschaftlich höher stehende Lady Rowena anhält, wird er von seinem Vater Cedric aus dem Haus geworfen, der seine eigenen Pläne für sein schönes Mündel hat. Er will sie dem angelsächsischen Fürsten Lord Athelstane zur Frau geben, der auch sein Freund ist. Ivanhoe zieht in den Krieg, er begleitet König Richard I. auf seinem Kreuzzug. In der Zwischenzeit leitet der schwächere und zerrissene Prinz John das Land. Er liebäugelt mit den Franzosen und bevorzugt die eher unmoralischen normannischen Fürsten an seinem Hof. Als Ivanhoe aus dem Kreuzzug Heim kehrt, wird Rowena gerade mit Lord Athelstane verlobt. Auf einem Turnier, in dem Angelsachsen gegen Normannen antreten sollen, nimmt Prinz John seine besten Kämpfer, die den angelsächsischen Fürsten keine Chance lassen. Erst spät erscheint ein neuer Ritter, der alle Normannen herausfordert und, obwohl dann auch selbst verletzt, alle Kämpfe gewinnt. Bald ist auch die Identität des geheimnisvollen Reiters aufgedeckt und alle - auch Sir Cedic - wissen, dass Wilfred von Ivanhoe wieder in England ist. Er bleibt aber unversöhnlich.
Ivanhoe verbündet sich mit dem Juden Isaak von York, dem er das Leben rettet und der ihn finanziell unterstützt. Dessen Tochter Rebecca verliebt sich in ihn. Sie heilt seine Wunden und kümmert sich um seine Genesung. In der Meinung, dass Rowena mit dem angelsächsischen Lord vermählt ist, erwidert er diese Liebe. Einige Ereignisse folgen dem, die in der Gefangennahme von Rowena, Sir Cedric, Lord Athelstane, Rebecca und dem verwundeten Ivanhoe, enden. König Richard ist in der Zwischenzeit unerkannt wieder in England eingetroffen und mit Hilfe Robin Hoods und seinen Mannen versucht er sie zu befreien. Die Eroberung der Burg gelingt, sie geht in Flammen auf, die Rettung aller gelingt nur teilweise. Der Templer und Günstling Prinz Johns, Bois-Guilbert flieht mit Rebecca, der sie heftig begehrt und liebt. Rebecca weist ihn aber immer wieder ab. Der leicht perverse Großmeister der Templer, Lucas de Beaumanoir, ist erzürnt über Bois-Gilberts sündhaft Zuneigung zu der jüdischen ,Hexe` Rebecca. Er verurteilt sie genussvoll dazu, am Scheiterhaufen verbrannt zu werden. Da Prinz John der ,Gerichtsverhandlung` auch beiwohnt und der Schauprozess deshalb auch ein säkulares Standbein hat, beruft sich Rebecca auf ein Gottesurteil - einen Zweikampf. Das Gericht nimmt Bois-Guilbert, der sich verzweifelt wehrt und Rebecca muss auf einen Ritter warten, der diesen Kampf für sie kämpft....

Roman und Film(e):
»Wie nennst du das grunzende Viechzeug, das sich auf vier Beinen rumtreibt?« fragte Wamba.
»Schweine, Narr, Schweine,« sagte der Hirt, »das weiß jeder Narr.«
»Und Schwein ist 'n gut sächsisch Wort,« sagte der Hausnarr. »Aber wie nennst du die Sau, wenn sie ausgeweidet, abgesengt und aufgehängt ist wie 'n Hochverräter?«
»Porc!« versetzte der Hirt.
»Freut mich, dass auch das jeder Narr weiß,« antwortete Wamba. »Und Porc ist gut normännisch-französisch. Wenn das Viech lebt und von nem sächsischen Leibeignen gehütet wird, dann hat`s seinen sächsischen Namen, aber es wird 'n Normanne und heißt Porc, wenn es in 'n stattliches Schloss gebracht und den edlen Herren zum Mahle aufgetischt wird. Was sagst du dazu, Freund Gurth?« »Das hat Hand und Fuß, Freund Wamba, wenn`s auch der Schädel eines Narren ausgeheckt hat.«
Aus diesem witzigen Dialog im ersten Kapitel des 1820 publizierten, berühmten Romans von Sir Walter Scott, zwischen Gurth, dem Schweinehirten und Wamba, dem Hofnarren, beide Leibeigene des Angelsachsen Sir Cedric von Ivanhoe, lässt sich der schreckliche Konflikt zwischen Normannen und Sachsen in sehr humorvoller Weise herauslesen.
Der Roman hat bereits viele Filme inspiriert. Die erste Verfilmung war 1913 zu sehen. Der Film mit der größten Publizität war und ist bis heute der im Jahr 1952 gedrehte Film: Ivanhoe - Der Schwarze Ritter" unter der Regie von Richard Thorpe, mit den berühmtesten Schauspielern der damaligen Zeit, Robert Taylor in der Titelrolle, Elisabeth Taylor als Rebecca und Joan Fontaine als Lady Rowena, um nur einige zu nennen.
BBC und A&E nahmen sich 1997 dieses Themas erneut an und schufen eine großartige Miniserie von 306 Minuten Länge. Auf Grund dieses Umstandes werden die Figuren, die in der 1952 Version vergleichsweise flach erscheinen, hier sehr rund und authentisch gezeigt. Die Geschichte selbst sowie die Figuren dürfen sich langsam entwickeln sind dreidimensional gelungen. Die Authenzität reicht hinein bis zu den Landschaften, Kulissen, Kostümen und Dekorationen. Die hervorragende Schauspielerriege tut ihr übriges, um diese Verfilmung zu einem ausgesprochenen Highlight zu machen. Man fühlt sich absolut in das auslaufende 12 Jahrhundert versetzt - ich ,roch` förmlich, trotz der Grippe, den blutverklebten Schweiß und sonstige üble Gerüche, die den oft kämpfenden und nie aus den Klamotten kommenden Menschen so anhaftet...;D! Es ist kein glattgebügelter und farbig aufgepeppter Hollywoodschinken, sondern ein lebensnahes britisches BBC-Epos, mit Schauspielern, die ihre Rolle leben. Eine große Realitätsnähe zeigen die beiden ungleichen Königs-Brüder Richard und John, die ja im wirklichen Leben beide eher wilde Persönlichkeiten waren. Näheres würde hier zu weit führen, nur soviel: der sonst zumeist so glorifizierte König Richard Löwenherz wird in diesem BBC Film endlich auch mit seinen Fehlern gezeigt. Die Figur des John - so zerrissen und eigen sie war - hatte auch seine angenehmen Seiten. Und seine Gunst für die Normannen war schon in seinem Vater gegründet, kam also nicht mutwillig daher und war auch Richard kein Problem.
Ein wunderbarer Steve Waddington in der Titelrolle und der großartige Ciarán Hinds als sein erbitterter Gegenspieler Brian de Bois-Guilbert (männliche Ausstrahlung wie immer...;D...ob ich die gleiche Standfestigkeit wie Rebecca zustande gebracht hätte, ist sehr fraglich...;))!), Susan Lynch spielte sehr stark die tapfere Rebecca und Victoria Smurfit als Rowena ist eine Augenweide. Ralph Brown spielt den zerrissenen und Frankreich-freundlichen Prinz John, oder wie er auf Deutsch hieß, Johann Ohneland einfach perfekt. Weiter waren James Cosmo als sturer Sir Cedric einmalig, Rory Edwards als Richard Löwenherz ein Genuss, David Horowitch als Isaak von York sehr berührend und Christopher Lee als Großmeister der Templer Lucas de Beaumanoir eiskalt und gruselig (DIE Stimme und DIE Sprache - genial). Ich fand bis in die kleinsten Rollen hinein erlesene Schauspielkunst. Erzählte die alte Verfilmung von 1952, die Geschichte mehr aus der Sicht des Wilfred von Ivanhoe, so laufen in diese Miniserie 3 Hauptplots nebeneinander her: Die Geschichte Ivanhoe`s , die Machenschaften von Prinz John und die Rückkehr Richard I., sowie die dunklen Fädenziehereien der Templer. Als roter Faden dazwischen und jeden Bereich durchziehend ist die Geschichte der Juden, im speziellen die Geschichte von Isaak von York und seiner intelligenten Tochter Rebecca. Gemeinsam verflechtet sich alles meisterlich zu dem oftmals blutdurchtränkten Bild des Kampfes zwischen Normannen und Angelsachsen, die in dem erbitternden Zweikampf zwischen Ivanhoe und Bois-Guilbert um das Leben der charakterfesten Jüdin Rebecca gipfelt.

Fazit:
Diese BBC-Miniserie ist schlicht und einfach GRANDIOS. Sie verbindet raue Romantik, blutige und erbitterte Kämpfe, enormer Spannung, Spaß, zarte Momente und ethische Einblicke auf sehr hohem Niveau. Das Drehbuch liegt sehr nahe an der Romanvorlage, weit mehr als der Film von 1952. Ich liebe den alten Film mit Robert Taylor nach wie vor sehr, er begleitet mich, wie auch das Buch, seit meiner Kindheit. Aber diese Miniserie besticht durch ihre Authenzität und Bildgewalt. Die Filmmusik ist tragend und wunderschön, die Filmschauplätze gewaltig! Die Sprache des Films ist Englisch mit englischen Untertiteln. Daher kann man auch, mit normalen Englisch-Kenntnissen, den Film ganz leicht verstehen.
Die 2er DVD-Box enthält keine nennenswerten Extras.
Ich war wirklich beeindruckt, werde den Film noch oft genießen und gebe eine ganz klare Kaufempfehlung.





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